Sturmfluten
verändern ständig die Küstenform.
Immer wieder haben sie vieles vernichtet - und oft musste man wieder von vorn anfangen.

1*) Quelle: Niedersächs. Minist. f. Ernährung, Landwirtschaft u. Forsten 1985; STREIF 1990
2*)Aus: Historisch-landeskundliche Exkursionskarte von Niedersachsen Blatt 10 Wangerland/Hooksiel-West - Kommissionsverlag August Lax Hildesheim / Universität Göttingen.
17.02.1164 Erste Julianenflut
Erster Einbruch des Jadebusens; schätzungsweise 20 000 Tote (1*)
16.01.1219 Erste Marcellusfiut
Schwere Schäden an der niedersächsischen Nordseeküste und in Holland, schätzungsweise 36 000 Tote (1*)
23.11.1334 Clemensflut
Erweiterung des Jadeeinbruches; Dörfer Amgast und Jadelee verloren gegangen; Butjadingen wird Insel, "Heete"-Verbindung zwischen Weser und Jade (1*)
16.1.1362 2. Marcellusflut Große "Manndränke". Trotz Deichrings Ausweitung der Harlebucht. (Bei den Sturmfluten des 14. Jahrhunderts gingen hier insgesamt 6860 ha Land verloren (2*)
Erweiterung des Jadebusens ( Lockfleth, Schwarzes Brack); Jade-Weser-Küstengebiet unter Wasser; etwa 100 000 Menschenopfer an der Nordseeküste (1*)
9.10.1373 Erste Dionysiusflut Größte Ausdehnung der Leybucht bis zur Stadt Norden (1*)
9.10.1377 Zweite Dionysiusflut Verheerende Deichbrüche in der Leybucht; schwere Schäden zwischen Flandern und Weser (1*)
26.09.1509 Cosmas- und Damianflut
Größte Ausdehnung von Dollart und Jadebusen, Emsdurchbruch bei Emden, dadurch Abschnürung der Emsschleife; Emden ist kein direkter Seehafen mehr (1*)
16.01.1511 Antoniusflut
Eisflut; Durchbruch zwischen Jade und Weser Untergang des Kirchspiels Bant am Jadebusen (1*)
1.11.1570 4. Allerheiligenflut Viele Deichbrüche, (wahrscheinlich) schwere Schäden auf Spiekeroog und Wangerooge (Ortsverlegungen um diese Zeit!). Im Kirchspiel Tettens ertranken 50 Menschen, im ganzen Jeverland über 500. Landverluste an der Harlebucht, südwestlich von Altgarmssiel. (2*)
13 km² Landverluste in Ostfriesland; Flutmarke an der Kirche von Suurhusen (Ldkr. Aurich) bei + 4,40 m NN; zwischen Ems und Weser rd. 10000 Menschen ertrunken. (1*)
26.2.1625 Fastnachtsflut Viele Deichbrüche. Besonders betroffen: die Minser Vogtei; Deiche auf großen Strecken weggegangen, Horumersiel weggerissen, Land 4 Wochen unter Wasser. Im Wangerland 83 ha ausgedeicht. (2*)
22.2.1651 Petriflut Schwere Schäden an Minser und Schilliger Deichen. Bei Schillig 13 ha ausgedeicht. (1680 und 1695 im Raum Minsen/Schillig weitere Ausdeichungen von insgesamt 170 ha) (2*)
24./25.12.1717 Weihnachtsflut
Deichbrüche entlang der gesamten Küste. Bei Schillig und südlich Hooksiel Deich streckenweise ganz weg. Sietwendung (Damm) an der Landesgrenze mehrfach durchgebrochen. Das Meerwasser strömte, aus Westen und Osten kommend, bis vor Jever, Leichen trieben an. Wegen der vielen Todesopfer - im Kirchspiel Funnix beispielsweise 243 Tote, im Kirchspiel Werdum 284 Tote - Kräftemangel bei den Sicherungsarbeiten. Ausdeichungen bei Neuharlingersiel (14 ha), Schillig (176 ha), Inhausersiel (6 ha). (2*)
Schwerste bis dahin bekannte Sturmflut. Verheerende Deichschäden, ungeheure Verwüstungen und riesige Überschwemmungen bis zum Geestrand; Inseldurchbrüche auf Juist, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog. Flutmarke in Dangast/Jadebusen + 4,89 m NN; über 12000 Menschen ertrunken (1*)
31.12.1720 Neujahrsflut
Örtlich höher als die Weihnachtsflut 1717, doch geringere Schäden und viel weniger Opfer, obwohl das Wasser wieder bei Jever stand. Auf der Westseite der Sietwendung Wasser bis an die Kappe; Bürger, Bauern und Soldaten aus der Herrschaft Jever hinderten Ostfriesen mit Gewalt, den Damm zu durchstechen. (2*)
3./4.2.1825 Februarflut Viele Deichbrüche. 22 Tote im Amt Tettens, 24 im Amt Minsen. Der 1804 eingedeichte, 230 ha große Schwerinsgrode ging verloren. Bei Horumersiel ein Schiff über den Deich gespült. Große Schäden auf den Inseln. (2*)
Südliche Krummhörn und nördliches Ostfriesland bis zum Geestrand überflutet, Durchbrüche auf den Inseln Baltrum, Langeoog und Spiekeroog, Flutmarken: Dangast: + 5,26 m NN, Bremerhaven + 5,04 m NN, Cuxhaven + 4,64 m NN (1*)
1.1.1855 Neujahrsflut Schwere Zerstörungen im Dorf Wangerooge (letzte Häuser 1863 geräumt). (2*)
13.3.1906 Höchste Sturmflut an der Ostfriesischen Küste; Pegel Neuharlingersiel +4,81m NN. Die Deiche hielten. (2*)
Flutmarke Dangast + 5,35 m (1*)
31.01/1.02.1953 Hollandsturmflut An der deutschen Nordseeküste nur leichte Sturmflut, Emden + 5,18 m NN; im Mündungsgebiet von Rhein, Maas und ScheIde Katastrophenflut; fast 20 000 Menschen starben; 1430 km Marschenland überflutet; Anlass für den niederländischen "Deltaplan" und für das Niedersächsische Küstenprogramm (ab 1954) (1*)
16/17.2.1962 2. Julianenflut

Schwere Deichschäden, auch einzelne Deichbrüche (meist an Sommerdeichen), ohne Folgen für das weitere Hinterland. Deckwerke im Nordwesten von Spiekeroog und Wangerooge zerstört, Dünenabbrüche. Wasser in den Inseldörfern. Pegelstand in Neuharlingersiel +4,65m NN (weiter ostwärts und auf einigen Inseln wurde der Sturmflut-Wasserstand von 1906 übertroffen). (2*)
Höchste Sturmflut ostwärts der Jade; 61 Deichbrüche in Niedersachsen, Flutmarken: Wilhelmshaven: + 5,22 m NN, Bremen: + 5,41 m NN, Hamburg (St. Pauli) + 5,70 m NN; schwere Deichbrüche im Elbegebiet, einige auch an der Ems und Weser; 340 Tote an der deutschen Nordseeküste, davon allein 315 im Hamburger Stadtgebiet. (1*)

Hafen Harlesiel am 17.2.1962 nach der Flut.
3/4.01 .1976 Januarflut Höchste Sturmflut im Elbegebiet; Pegelmarken: Cuxhaven + 5,10 m NN; Hamburg + 6,53 m NN; Deichbrüche und materielle Schäden. (1*)
27.02.1990 Februarflut Sturmflut an der deutschen Nordseeküste; Pegelmarken: Cuxhaven + 4,46 m, Hamburg (St. Pauli) + 5,75 m (1*)
14.1.1993
24.1.1993

Land unter am Campingplatz Schillig

und beim Parkplatz Harlesiel 24.1.1993
Januar 2002






Im Januar 2002 musste das Strandgebäude am Hooksieler Strand massiv mit Sandsäcken gesichert werden.




Auch die Uferböschung und die Strandpromenade in Schillig wurden unterspült und stark beschädigt, so dass eine neue massive Befestigung gebaut werden musste.
21.12.2003 Orkan über der deutschen Bucht und Norddeutschland. Schäden?


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