Der Bau der Cloppenburg

Cloppenburg, Friesoythe und die Schnappenburg bei Barßel: Die drei Burgen lagen in beinahe gleichmäßigen Abständen an der Soeste und sind vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut worden. Die Lage an der Soeste spricht dafür, dass die Burgen nicht nur als Herrschaftsmittelpunkt gedacht waren, sondern auch den Handel schützen und kontrollieren sollten.

Am 7. Januar 1297 stellte Graf Otto von Tecklenburg in Cloppenburg eine Urkunde aus, in der er dem Alexanderstift in Wildeshausen als Ersatz für eine Mühle und ein Erbe in Hemmelsbühren zwei Erben in der Nähe von Essen Übertrug. Diese Urkunde enthält drei sehr wichtige Informationen über die Entstehung der Cloppenburg:     

1. Die Burg ist auf Grundeigentum des Alexanderstifts in Wildeshausen erbaut worden.
2. Der Bau ist gerade fertiggestellt worden.
3. Die Burg ist erneut errichtet worden.

Die  Cloppenburg nach G. Faber, 1632 

Bei der Cloppenburg sind mindestens drei Bauperioden zu unterscheiden. Zu welchem Zweck diese ältere Burg erbaut wurde, blieb unklar. Der Bau der Cloppenburg verrät, dass die neuere Burg andere Funktionen als die ältere Anlage wahrnehmen sollte. Sie sollte nicht mehr nur einen befestigten Stützpunkt darstellen, sondern Landesburg und Verwaltungszentrale der nördlichen Grafschaft Tecklenburg sein. Hinzu kam, dass sich in ihrer Nähe das Kirchdorf Krapendorf befand, das für die Versorgung der Burgbesatzung herangezogen werden konnte, und auch die Anbindung an das überregionale Straßennetz gegeben war, da sich bei Cloppenburg die beiden Straßen kreuzen, die von Flandern über Lingen nach Oldenburg und Bremen sowie vom Friesland über Osnabrück nach Westfalen führten.

Als Standortfaktoren für den Bau einer mittelalterlichen Burg waren somit ein Flussübergang und eine wichtige Straßenkreuzung gegeben.