Der Eberborgbrunnen

In der Cloppenburger Innenstadt steht seit 1979 der Eberborgbrunnen. Alle kennen ihn, aber keiner weiß warum es ihn gibt.

Am 9. März 1929 wurde dem Landwirt Vorwerk aus Westeremstek, weil dieser seine Steuerschulden nicht bezahlte, ein altersschwacher Deckeber gepfändet. Emsteker und Sevelter Bauern besprachen, dass keiner das Tier kaufen würde. So erstand es der Cloppenburger Amtsschreiber J. Dwertmann junior und ließ ihn auf den elterlichen Hof am Rand von Sevelten bringen. Im Gasthof besprachen die erregten Bauern das Geschehen und beschlossen den Eber „zurückzuklauen“.

So wurde das Tier am Abend des 10. März 1929 unter Glockengeläut befreit und im Triumphzug nach Westeremstek zurückgeschafft. Nach dieser Aktion kam es zur Gerichtsverhandlung, bei der keiner der 31 Beteiligten mehr von etwas wusste. Die Geschehnisse wurden überall im Deutschen Reich bekannt und 1935 sogar unter dem Titel „Krach um Jolante“ verfilmt.