Die Gegenreformation im Oldenburger Münsterland

Nachdem sich viele im Oldenburger Münsterland  zu den Lehren Martin Luthers bekannten, stand dem Bischof von Münster die Möglichkeit offen, seine Glaübigen im Niederstift (nördlicher Teil des Bistums, siehe: Karte von 1477) wieder zum katholischen Bekenntnis zurückzuführen. So verkündigte Kurfürst Ferdinand seinen Plan zur Rekatholisierung.

Zur Durchführung entsandte er den münsterschen Generalvikar Johannes Hartmann ins Niederstift. Dieser stellte die Pastoren der Ämter Cloppenburg und Vechta  vor die Wahl, den katholischen Glauben anzunehmen oder das Amt als Pastor niederzulegen und das Niederstift zu verlassen. In der gleichen Zeit feierte Hartmann in Krapendorf die ersten katholischen Messen.

 

Im November 1613 mussten neue Pfarrstellen von erz-katholischen Pastoren in Vechta, Krapendorf und Löningen besetzt werden. Als dann Kurfürst Ferdinand im Juni des Jahres 1614 in die Stadt Vechta kam, sagte er, dass er es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren könne, wenn die Bürger nicht wieder zum katholischen Glauben übergehen würden. 

Dann,  im Jahr 1615,  kam es zu einen Aufruhr, als eine Protestantin aus Vechta ohne kirchliche Feierlichkeiten beigesetzt wurde. Nach diesem Zwischenfall wurden von Hartmann zwei Jesuiten ins Niederstift geschickt, um wieder Ordnung in der Gesellschaft herzustellen.

Von 1614 -1616 wurden dann noch die übrigen Pfarrstellen im Amt Vechta besetzt. Länger dauerte es aber im Amt Cloppenburg. So wurden erst 1618 in Friesoythe katholische Gottesdienste gefeiert. Trotz Priestermangel konnte Hartmann erreichen, dass in jedem größeren Ort wieder Schulen eingerichtet wurden, die dann von den ansässigen Kaplänen unterrichtet wurden.