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Herr Herr G.
lebte von 1950 - 1961 im Lager Buchholz.
Mit seiner Familie lebte er in Block 4. Sie besaßen
einen Garten, der sich hinter der Baracke befand und einen
Stall, in dem sie 1-2 Schweine und mehrere Hühner hielten,
für den sie jedoch Miete zahlen mussten.
Obwohl die Baracken Tag und Nacht offen standen, mussten sie
sperrige Sachen, wie z.B. Kisten mit Eingemachtem und Schränke
auf dem Flur lagern, da die (abschließbaren) Zimmer
gerade groß genug für Betten, Herd und Ofen waren.
Die kalten Zimmer wurden mit einem Ofen beheizt, zusätzlich
hängte man Decken vor die Fenster, damit es nicht zog.
Da erst später (etwa 1955) Duschen eingerichtet wurden,
wuschen sich die Lagerbewohner anfangs in Trögen mit
kaltem Wasser.
1950/51 wurde Herr Herr G., der eine katholische Erziehung
genoss, außerhalb des Lagers in Buchholz eingeschult.
Bis er 15 Jahre alt war, war er Ministrant in der Lagerkirche,
doch nachdem er den Pastor mit der Krankenschwester am Kanal
erwischte, verlor er seinen Glauben und trat aus der Kirche
aus.
Durch die Schule bekam er eine Lehre zum technischen Zeichner,
bei der er monatlich 40-50 DM verdiente. Sein Vater arbeitete
bei den Engländern, verdiente jedoch nur wenig. Seine
Mutter, die nebenbei u.a. für ihre Familie kochte und
Kleidung nähte, arbeitete bei der Post.
Manchmal wurden sie von Verwandten aus Salzgitter besucht,
Besuche aus Polen gab es jedoch nie.
Eigentlich wollte Herrn G.'s Familie nach Kanada emigrieren,
doch wer die weit verbreitete Lungenkrankheit Tuberkulose
hatte, wurde vom Ausland nicht aufgenommen.
Das Bedürfnis in ihre Heimat zurückzukehren hatten
sie nicht, da sie dort von Russen erschossen worden wären.
Herr Herr G. ließ sich erst 1992 einbürgern, da
die Einbürgerung vorher 70 - 80% des Gehaltes gekostet
hätte, weil man eine Bescheinigung aus Polen brauchte.Seine
Tochter musste noch 100 DM bezahlen, für ihn aber war
es dann 1992 jedoch kostenlos.
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