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Es ist nicht zu bezweifeln, dass die Alliierten alle Energie
und Aufmerksamkeit darauf verwendeten, den polnischen DPs
eine schnelle Heimkehr zu ermöglichen.
Das verfügbare Transportsystem erforderte auf Grund der
innerdeutschen Zerstörung ein hohes Maß an Anpassung.
So waren z.B. Güterwaggons, in denen die Repatrianten
bis zu sechs Tage lang zu ihrem Bestimmungsort transportiert
wurden, selten geheizt und besaßen so gut wie keine
sanitären Anlagen. Die immerfort nötigen Umleitungen
und der oft Tage andauernder Stillstand verzögerten die
Transporte und brachten ein nicht lösbares Versorgungsproblem
mit sich, da niemand vorhersagen konnte, wie lange, wo und
nach welchem Zeitplan der Transport unterwegs sein würde.
Trotz dieser unwürdigen und eigentlich unzumutbaren Transporte
gab es keine bösen Stimmen oder Aufstände gegen
die Art mit der die polnischen DPs repatriiert wurden. Die
Armeen mussten vielmehr die Erfahrung machen, dass die DPs
wegen ihres nicht zu zügelnden Heimkehrwillens sich zu
Zehntausenden auf die Straßen begaben und damit die
in Frage gestellte Operationsfähigkeit und die Gebietskontrolle
durch die alliierten Truppen überhaupt lähmten,
falls man ihnen nicht wenigstens improvisierte Transportmöglichkeiten
anbot.
Die Radikalität
mit der der Beschluss, zunächst die russischen DPs zu
repatriieren, durchgeführt wurde, beschnitt in höchsten
Maße die Repatriierung anderer osteuropäischer
DPs. Besonders betroffen waren hier die polnischen DPs, die
mit 900.000 Personen die drittgrößte Nationalitätengruppe
darstellte. Ihre Rückführung erfolgte auch durch
die sowjetische Zone, sodass diese Tatsache als Druckmittel
der UdSSR gegen die Alliierten verwendet werden konnte, da
die Sowjets erst bereit waren die polnischen DPs für
den Transport durch ihre Zone entgegenzunehmen, wenn zu diesem
Zeitpunkt bereits alle sowjetischen Staatsangehörigen
in die UdSSR zurückgekehrt waren.
Die Briten und Amerikaner forderten in der Frage der Repatriierung
polnischer DPs die Freigabe der Eisenbahnwege.
Zu diesem Zeitpunkt waren Transporte wegen der ungünstigen
Witterung und des rasch einsetzenden, strengen Winters 1945/46
wenig leistungsfähig. Zusätzlich wuchs das Misstrauen
zwischen den Mächten der Kriegskoalitionen. Die Ballung
dieser Hemmnisse machte die Repatriierung der Polen zu diesem
Zeitpunkt schier unmöglich.
Transporte
nach Polen
Die Transporte
waren häufig keine durchorganisierte Angelegenheit. Die
Züge, die zum Polentransport dienten, wurden manchmal
kurz vorher in aller Eile von UNRRA- Mitarbeitern oder vom
Militär mit Öfen ausgestattet. Da dies aber oft
innerhalb einiger Stunden geschah, kann man sich leicht ein
Bild von der Heizeffiktivität machen. Danach wurde der
Zug mit DPs beladen, bis dieser sein Höchstmaß
an Belegung erreicht hatte (oft wurden noch mehr DPs als zulässig
in einem Zug transportiert).
Die Züge kamen so gut wie nie pünktlich. Diese Vorgehensweise
zeigt das geringe Einfühlungsvermögen einiger Verantwortlicher,
die nur an der (möglichst schnellen) Abwicklung der Repatriierung
interessiert waren. Nach allem was über die technischen
Bedingungen bekannt ist, unter denen die mehrtägige Fahrt
erfolgte, besteht (fast) kein Grund zur Annahme, dass die
Repatriierung sich in Form einer Heimreise vollzogen hat,
sondern vielmehr ein Transport war.
Die Auffanglager in denen die DPs ankamen waren laut der UNRRA-
Beobachter "gedankenlos organisiert" und boten "einen
schlechten Empfang für die heimkehrenden DPs".
Nicht weiter verwunderlich ist daher, dass der Rückkehrwillen
der DPs nach dem Bekanntwerden solcher Vorgänge drastisch
schwand. Hinzu kamen dann noch die veränderten politischen
Verhältnisse.
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