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Wenn man von
der Rückkehr der sowjetischen DPs spricht, muss man von
Zwangsrepatriierung sprechen.
Da die Rückkehr der sowjetischen DPs erzwungen werden
musste, wurde die Suche nach einer Lösung ein politisches
Problem auf höchster Ebene. Auf Grund der Brisanz des
Problems, wurde schon einen Monat nach der Landung der Alliierten
der Beschluss gefasst, dass alle sowjetischen Staatsbürger
ausnahmslos in die Sowjetunion zu überstellen seien.
Dieser Beschluss kam der UdSSR sehr gelegen, da diese schon
1944 entschieden hatte, dass alle versprengten Staatsbürger
in die Sowjetunion zurückzukehren hätten, um beim
Wiederaufbau zu helfen. Ein anderer Aspekt, warum ihnen die
Rückkehr der DPs so wichtig war, war das tiefe Misstrauen
gegenüber den Westalliierten und die Angst vor einem
Gesichtsverlust auf internationaler Ebene, da dies die Glaubwürdigkeit
des (angeblich) guten Verhältnisses zwischen Staat und
Bürger in Frage gestellt hätte. Zusätzlich
bestanden die Bedenken einer antisowjetischen und antikommunistischen
Blockbildung durch Gruppen der nicht heimkehrenden russischen
DPs im Ausland.
Beispiele
von Widerstand russischer DPs bei Zwangs-maßnahmen zur
Repatriierung
Allein die Anwesenheit
sowjetischer Offiziere rief häufig schwere Unruhen unter
den russischen DPs hervor. Der drohende Tenor, mit denen sie
in den Lagern aufzutreten pflegten, hatten zur Folge, dass
sich die ohnehin bestehenden negativen Emotionen noch verhärteten.
Es kam immer wieder zu tragischen Szenen, wenn es z.B. darum
ging einen Transport um ein paar Tage zu verschieben.
Es gibt dramatische Augenzeugenberichte, die besagen, dass
Betroffene den Offizieren und dem UNRRA-Team die Stiefel küssten,
um ihnen ihre Dankbarkeit für einen viertägigen
Aufschub der Repatriierung zu zeigen, den sie durch glaubhafte
Selbstmorddrohungen errungen hatten.
Westalliierte Besatzungssoldaten mussten bei der Übergabe
der DPs in sowjetische Hand oft die äußerste Verzweiflung
der Betroffenen beobachten: Rasende, nur durch den brutalen
Einsatz von Schlagstöcken und Gewehrkolben niederzuhaltende
Versuche der Gegenwehr bis hin zum Massenselbstmord als dem
einzig sicheren Mittel, um der Zwangsrepatriierung zu entgehen.
Selbst die kriegsgewohnten Soldaten waren erschüttert,
wenn sie z.B. mit ansehen mussten, wie Frauen ihre Kinder,
um sie zu retten(!), über den Zaun eines angrenzenden
Balten-Lagers warfen.
Ein anderes Mal versuchten amerikanische Soldaten vergeblich,
einige Lagerinsassen auf einen Zug zu verladen. Nach Widerstand
stürmte die Armee Tage später die russischen Baracken,
in denen sich ihnen ein grausames Bild zeigte: "...Es
waren nicht Menschen, als wir in die Baracken hineinkamen.
Es waren Tiere. Wir schnitten die meisten rasch los, die sich
am Deckenbalken erhängt hatten. Die, die noch bei Bewußtsein
waren schrien uns auf Russisch an, deuteten dabei erst auf
die Schußwaffen, dann auf sich selbst, und baten uns
flehend, sie zu erschießen."(Bericht eines Soldaten
in der amerikanischen Armeezeitung.)
Es wurde den Soldaten anschließend bei der Übergabe
der unglücklichen DPs in sowjetische Hand durch unverzügliche
sowjetische Exekutionen ohne jeden Zweifel vor Augen geführt,
dass sich die DPs mit Recht verzweifelt gewehrt hatten. Einen
anderen Höhepunkt stellt die Übergabe von rund zweitausend
sowjetischen Offizieren dar, die damit endete, dass die Verzweifelungsrevolte
mit Knüppeln niedergeschlagen wurde, ohne dass die britischen
Soldaten den dann folgenden Massenselbstmord unterbinden konnten.
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