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Aus Mangel an
Arbeitskräften wurden ab September 1939 - nach dem Beginn
des Zweiten Weltkriegs - Zwangsarbeiter nach Deutschland geholt,
teils freiwillig, in den meisten Fällen aber gegen ihren
Willen und häufig mit Gewalt!. Die ersten Zwangsarbeiter
wurden in Polen "angeworben". Im September 1940
waren 469.000 Zwangsarbeiter in Deutschland beschäftigt,
bis April 1941 war die Zahl auf 1,5 Mio. gestiegen; der größte
Teil kam bis zu dieser Zeit aus Polen. Wegen des den höheren
Bedarfs an Arbeitskräften nach dem Überfall auf
die Sowjetunion kam im November 1941 die Idee auf, aus den
besetzten Gebieten Menschen zur Zwangsarbeit nach Deutschland
zu bringen. Ab April 1942 wurde diese Idee in die Tat umgesetzt.
Hauptsächlich Russen wurden von dieser Zeit an zur Zwangsarbeit
nach Deutschland verschleppt. 1944 waren 7,1 Mio. Zwangsarbeiter
aus ganz Europa in Deutschland tätig. Sie wurden von
der Bevölkerung meist "Fremdarbeiter" oder
"Zivilarbeiter" genannt und waren zum Beispiel auf
Bauernhöfen, in Textilfabriken und Reichsbahnausbesserungswerken
"angestellt".
Der Zwangsarbeiter
Ludwik Walas (Name geändert) erinnert sich:
"Ich kam als Zwangsarbeiter nach Deutschland. Am 22.
März 1942 (mit 17 Jahren) musste ich mein Zuhause verlassen.
(...) Zwangsarbeiter, die wurden nicht angeworben, die wurden
in den Zug reingestopft und ab nach Deutschland. (...) Zunächst
wurden wir in ein Lager nahe der polnisch- ukrainischen Grenze
gebracht. Da haben die erst sortiert. Wer TB krank war oder
so, der wurde zurückgeschickt. Aber die Gesunden haben
sie wieder ins Lager gesteckt und dann weitertransportiert.
(...) In einem Güterzug zusammen mit 1200 Mann, fuhr
ich dann nach Deutschland. (...) Unterwegs bekam ich dann
ein paarmal Prügel wegen Wasserholen. Nachher, in Deutschland,
da waren wir in Waggons, nicht in Güterzügen, sondern
in normalen Waggons. Da bin ich dann raus zum Fenster, um
Wasser zu holen. Da hat mir dann einer der Wachmänner
anständig Prügel gegeben, wegen einer Flasche Wasser.
Wir durften nicht aus dem Waggon raus. (...) Am 28. März
kam ich dann in einem Dorf in Westfalen an."
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