Das Ehrenmal

 

Das Ehrenmal am Maschsee erinnert an die Erschießung von 154 sowjetischen Kriegsgefangenen am 8. April 1945 auf dem Seelhorster Friedhof.

Nach dem Einmarsch der Amerikaner in Hannover wurden die Gräber der erschossenen Soldaten entdeckt und später in Einzelgräber rings um das Ehrenmal umgebettet.

Doch das Denkmal soll nicht nur an die Erschießung der sowjetischen Gefangenen erinnern, auch an die Leiden der tausender Menschen in den hannoverschen Konzentrationslagern in den Stadtteilen Ahlem, Limmer, Misburg, Mühlenberg und Stöcken. Tote aus diesen Lagern entdeckte man auch bei der Exhumierung der sowjetischen Gefangenen, 232 von ihnen bestattete man mit vor dem Denkmal. Nur in wenigen Fällen konnten Namen ermittelt werden. Das einzige, was man weiß, ist die Nationalität der Opfer:  

Sowjetbürger     170     Polen    12  
Jugoslawen    1   Holländer     4  
Belgier       1      Griechen   2          
Letten   25   Italiener    1  
Franzosen      20  

Insgesamt sind auf diesem „Friedhof“ nach einem im Stadtarchiv befindlichem Plan 390 Tote bestattet.

Bekannt ist, das 155 Kriegsgefangene vom KZ Liebenau (Kreis Nienburg) im April nach Hannover marschieren mussten, wo sie vermutlich für eine Nacht in der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule in Ahlem untergebracht waren. Am 8. April führte man sie auf den Friedhof und ließ sie eine Grube ausheben. Anschließend mussten sie sich in Reihen davor legen, um von Gestapo-Angehörigen mit Genickschuß getötet zu werden. Ein Gefangener konnte dabei entkommen. Er versteckte sich in der Kanalisation, wo er am 15. April von französischen Fremdarbeitern halb verhungert gefunden wurde. Er meldete dann die Verbrechen dem britischen Stadtkommandanten, der danach Oberbürgermeister Bradtke informierte.

Unklar ist, ob die Erschossenen aus dem KZ Liebenau stammten oder dort nur auf dem Durchmarsch vorübergehend untergebracht waren. Im KZ Liebenau waren hauptsächlich sowjetische Gefangene inhaftiert.

Führende hannoversche Nationalsozialisten mussten die Ausgrabung der Toten übernehmen. Termin für die Exhumierung war der 2. Mai. Pathologen stellten dann die Todesursache fest.

Die Ermordeten sollten an einer zentralen Stelle in Hannover eine letzte Ruhestätte finden. So kam es zur Errichtung des Denkmals mit der Inschrift:

„Zur ewigen Erinnerung an die Angehörigen der U.S.S.R. und anderer Nationen, Opfer der Nazi-Brutalität.

Grausam ermordet zu Hannover am 8. April 1945“

 

Leider kam es bereits 1947 zur ersten Schändung des Mahnmals.

 

Abbildung des Originals aus dem Stadtarchiv Hannover: