Die Geschichte der Weser

Die Weser wurde von den Menschen als Persönlichkeit betrachtet, die ihnen als Freund hilft, ihr Schiffe zu transportieren und Turbinen anzutreiben, aber auch als Gegner und Rivale über ihr Ufer tritt und große menschliche und materielle Verluste bringt.

Die Menschen haben den Nutzen, den sie aus der Weser ziehen konnten, früh erkannt und Gilden verpflichtet, sich den Schutz und die Befreiung der Weser von Unrat, Hindernissen und Geröll zur Aufgabe zu machen, um der Schifffahrt freie Fahrt zu verschaffen. Somit war die Weser wohl eines der wichtigsten Stadtortfaktoren für die Gründung der Stadt.
Eingriffe in die Natur begannen an der Oberweser bereits um das Jahr 1000. Der älteste Strombau größeren Ausmaßes in der Oberweser ist wahrscheinlich das Wehr in Hameln, das zu dieser Zeit gebaut wurde und unter ständiger Verbesserung bis etwas 1345/1385 bestand. Das Wehr wurde vermutlich vom Sankt Bonifatiusstift erbaut, um mit dem gestauten Wasser die Mühlen der Stadt anzutreiben. Es stellte auf der anderen Seite ein Hindernis für die schon vorhandene Schifffahrt dar. Doch nach einem Hochwasser, welches den Fluss in ein neues Bett lenkte, war das Wehr unbrauchbar geworden. Das neue Wehr, das danach entstand, hat einen sehr kleinen Schiffsdurchlass "Hamelner Loch", so dass die Schiffe erst entladen werden mussten und der Stadt Hameln ein gewisses Stapelrecht erwuchs. Aus diesem Grund ist verständlich, dass sich die Stadt lange gegen einen Schleusenbau wehrte, auch gegen Beschwerden und Anträge der Bremer Schiffer. Die Stadt Hameln legte sogar fest, wie viele Menschen den Zug betreiben durften, der das Schiff über das Wehr transportierte, wodurch die Entladung der Schiffe zum Zwang für die Schiffer und zur festen Einnahmequelle für Hameln wurde.
Die Weser wurde zu dieser Zeit, um 1670, auch zur Befestigung der Stadt benutzt, indem sie in Wehranlagen angestaut wurde und zugleich über ein Kanalsystem zu den Mühlen geleitet wurde. Hameln wurde zur Festung.
1732-1734 wurde dann endlich auf Kosten des Landesherrn für 80.000 Taler die Schleuse aus Stein auf das Werder gebaut.
60 Jahre lang kämpfte die Stadt noch um eine Entschädigung für die nun ausbleibenden Einnahmen aus dem Stapelrecht, doch auf ihre Anträge wurde nicht reagiert.

Die Entwicklung und Einführung der Eisenbahn muss im Bezug auf die Weser von zwei Seiten betrachtet werden. Nach langem Streit um die Anbindung Bremens an die Eisenbahn in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts, erhielt sie die Zustimmung und bewahrte die Weserschifffahrt vor ihrem Ende, ja hielt sie aufrecht.

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