Friederikensieler Molkerei

Molkerei

Um die Jahrhundertwende wurden Privat- und Genossenschaftsmolkereien gegründet. Diese übernahmen die bisherige Milchverarbeitung auf den Höfen und hatten oft eine angegliederte Schweinemästerei. 1911 baute der Zimmer- und Maurermeister H. Janßen einen ca. 40 Meter langen Schweinestall, „Swinschüer“ (heute Küstenstr. 36). Hier konnten etwa 200 Schweine gemästet werden, und zwar mit den Abfallprodukten der Molkerei, die durch eine Rohrleitung, die „Pipeline“, mit dem Schweinestall verbunden war. Als der Stall noch nicht ganz fertig war, gab es im November 1912 einen so starken Sturm, dass das Gebäude einstürzte und dem Eigentümer ein Schaden von 2000 bis 3000 Mark entstand. Die 70 Schweine, die im Stall waren, kamen mit dem Schrecken davon.

Schon 1920 wurde der Schweinestall nicht mehr gebraucht und zu Wohnungen umgebaut.

Der letzte Besitzer , Friedrich Feeken-Janßen, der im Hafenhaus wohnte, verkaufte das Gebäude Swinschüer 1947 an den Bauunternehmer Fritz Heeren.

Die Friederikensieler Molkerei wurde auf den Deich gebaut (heute Küstenstr. 26). Der erste Besitzer war Herr Kerl, der nächste Herr Klockgether aus Oldenburg.

Um 1930 herum wurde östlich an die Molkerei eine Motormühle angebaut. Vielleicht trug diese Verbesserung dazu bei, dass dem damaligen Pächter Georg Cobus 1933 von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Berlin ein 1. Preis für ungesalzene Butter zuerkannt wurde. Er bestand aus einer großen bronzenen Preismünze.

1934 bekam die Molkerei Friederikensiel für ihren Inhaber Georg Cobus auf einer Ausstellung des Reichsnährstandes in Erfurt einen 2. Preis für ungesalzene Butter. Trotz der hervorragenden Qualität mußte die Molkerei 1938 geschlossen werden.

Das Einzugsgebiet umfaßte Bauernhöfe bis nach Hohenkirchen (Hohenkirchen, Helmstede, Funnens, Willmsweg, Neu-Friederikengroden, Friederikenvorwerk). Täglich waren die Milchfahrer mit Pferd und Wagen unterwegs, um die Milch von den Höfen zur Molkerei zu bringen.

Milchfahrer in Friederikensiel waren: Jakob Garmers, Enno Ennen, Hans Bauer, Ammo Gerdes

Im Zweiten Weltkrieg – das Molkereigebäude war in den Besitz von Familie Peters, Neu-Friederikengroden, übergegangen – diente es als Gefangenenlager für Ukrainer und Serben.

Nach dem Krieg war die Molkerei als Wohnraum gefragt. Anfang der 50er Jahre kaufte der Gastwirt Gerd Groenewold die Molkerei, die anfangs landwirtschaftlich genutzt wurde. Ab 1964 baute der Gastwirt Jan Groenewold die ehemalige Molkerei zu einem Gästehaus um. Jetziger Eigentümer ist Uwe Bauer, der die Molkerei bewohnt und einen Teil als Ferienwohnung vermietet.


Das Keramik Atelier

Ehemalige Dorfschule

Das Pfannkuchenhaus

Seediek - Binnerkant

Deichschart Friederikensiel

Alter Seedeich grün hervorgehoben
und der Ort Friederikensiel

Friederikensiel von Nordwesten her gesehen,
wo früher der alte Hafen lag.

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