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Probleme mit Finanzen und Behörden

 

Seit Beginn seiner Existenz hatte das Kinderheim finanzielle Schwierigkeiten und Probleme mit den Behörden. Besonders viel Ärger gab es mit Landrat Dr. Ferdinand Becker aus Osterholz-Scharmbeck. Der Barkenhoff war ein ständiges Diskussionsthema. Durch Werbeaktionen verschaffte sich das Kinderheim immer wieder Mittel um weiterhin Kinder aufnehmen zu können.

 

Behörden

 

Der Barkenhoff war ein „Dorn im Auge“ des Osterholzer Landrats Dr. Becker. Mit der Aufnahme der ersten Kinder Ende 1923  begannen die Auseinandersetzungen mit der Behörde. Es wurde kein Versuch ausgelassen das Heim zu schließen. Der erste Versuch bestand darin, Erzieher im Kinderheim zu diskreditieren. Dem Heim wurde unterstellt, Kinder in eine politische Richtung zu drängen.

Am 4. November 1924 teilte Becker mit, dass es dem Heim an einer staatliche Konzession als Unterrichtsanstalt fehle. Er übersah jedoch, dass er  selbst  1921 die staatliche Anerkennung des Barkenhoffs als Versuchsschule verhindert hatte.

Die sogenannten „Barkenhoff-Fresken“ Heinrich Vogelers sollten der nächste Anlass zu einer Schließung sein. Die „aufreizend“ wirkenden Bilder wurden das Angriffsziel Beckers. Besonders die Freskenteile politischen Inhalts und die dazugehörigen Inschriften kritisierte er. „Es gibt keine Gerechtigkeit vor dem Gesetz, keine Unabhängigkeit der Richter“, so heißt es in einem Gemälde. Becker erpresste die Rote Hilfe, sie solle die Fresken zerstören oder die 75%ige Fahrpreisermäßigung für die Kinder werde gestrichen.

Dies führte wieder zu einem großen Aufruhr. Namhafte Literaten, Künstler und Wissenschaftler setzten sich für den Erhalt für die Wandmalereien ein. Trotz vieler Proteste hatte die Rote Hilfe keine andere Wahl als dem Landrat Becker  entgegenzukommen, indem sie die Fresken mit Vorhängen versah. Im Gegenzug wurden wieder Fahrpreisermäßigungen gewährt.

Doch Landrat Becker gab nicht auf und ließ das Kinderheim weiterhin zu observieren. Politische Differenzen innerhalb der Roten Hilfe und Schließungsgerüchte um die Jahreswende 1929/29 verfolgte er mit Genugtuung. Die von uns aufgezählten Versuche, die Arbeit des Heims zu behindern, waren nur einige unter mehreren.

 

Finanzen

 

Der Barkenhoff wurde finanziell vom preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt unterstützt. Das Ministerium erstattete 75% der Fahrpreise für den Kindertransport an die Rote Hilfe. Außerdem befürwortete es Anträge auf Befreiung der Kinder von der Schulpflicht für die Zeit ihres Heimaufenthalts.

Ende 1925/Anfang 1925 stand die Existenz des Kinderheims wegen einer Finanzkrise der Roten Hilfe auf der Kippe. Die Organisation führte daher im Frühjahr 1926 eine reichsweite Werbe- und Sammelaktion für die Kinderheime durch, die von vielen Intellektuellen unterstützt wurde, so z.B. von Albert Einstein, Alfred Döblin und dem Verleger Gustav Kiepenheuer. In der Folge verbesserte sich die finanzielle Lage.

Bereits im Februar 1926 waren bei einer Renovierung des Barkenhoffs 700 Arbeitsstunden geleistet worden. 500 Mark Zuschuss für die Renovierung stellte die Trägergesellschaft „Quieta“ zur Verfügung, deren Gesellschafter die Rote Hilfe war. Diese selbst brachte 334 Mark auf. Die Arbeiten wurden weitgehend unentgeltlich von Arbeitern verrichtet, die zumeist aus Bremen kamen. Insgesamt kostete die Renovierung 4.000 - 5.000 Mark.

Vogeler richtete mit seinen eigenen Gemälden Ausstellungen aus, um deren Erlös dem Barkenhoff zukommen zu lassen. Regelmäßig – besonders zu Weihnachten - rief die Rote Hilfe zu Sammel- und Spendenaktionen auf. Der Barkenhoff selbst trug durch Veranstaltungen und Feste mit zu seiner Finanzierung bei.

 

Quellen: Bresler (1991), Q 7, 20, 34, 76, 87 u. 93.

 

 
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