Allee der Gerechten
Der Baum
Urkunde und Medaille
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Niedersächsische
Gerechte
   

Der Baum 

Die "Gerechten unter den Völkern" wurden bis etwa 1990 durch einen mit ihrem Namen gekennzeichneten Johannisbrotbaum verewigt. Da die Allee für Johannisbrotbäume keinen Platz mehr bietet, wurde an anderer Stelle eine Ehrenmauer errichtet, in die Steinplatten mit den Namen der "Gerechten" eingemauert werden.

Cornelia Schmalz-Jacobsen, deren Eltern als "Gerechte unter den Völkern" ausgezeichnet und mit einem Baum in Yad Vashem geehrt worden sind, beschreibt zu Beginn ihres Buches "Zwei Bäume in Jerusalem", wie sie 1987 den Baum für ihre ein Jahr zuvor verstorbene Mutter Donata Helmrich gepflanzt hat:

„Ein Mann reicht mir den kleinen, grünen Setzling über den Rand des Beetes, in dem ich stehe. Vorsichtig löse ich die Plastikumhüllung vom Erdballen, lege ihn behutsam in die vorbereitete Erde und klopfe sie fest. Auf dem schmalen Streifen Land stehen schon andere Bäumchen mit jeweils einer kleinen Namenstafel auf dem Boden davor. Jemand gibt mir einen Eimer mit Wasser zum Angießen, mit dem zweiten Eimer begießt Tilo, mein fünfzehnjähriger Sohn, den winzig kleinen Olivenbaum, der vorerst nicht mehr ist als ein dünner Zweig. Ich wünsche mir in diesem Augenblick nichts so sehr, wie dass er wachsen und gedeihen möge, dass er eines Tages Schatten spenden und Früchte tragen werde.“

Und am Schluss des Buches schreibt sie:

„Wenn ich in Israel bin, besuche ich die beiden Bäume. Ich breche kleine Zweige ab und bringe sie meinen Geschwistern und meinen Kindern mit nach Deutschland. Die mit den kräftigen, rundlich-ovalen, dunkelgrünen Blättern vom großen Johannisbrotbaum des Vaters und die mit den zarten, länglichen, silbriggrünen Blättern vom kleineren Ölbaum unserer Mutter.“

 

Quelle:

Schmalz-Jacobsen, Cornelia: Zwei Bäume in Jerusalem, Hamburg 2002, S. 7 und S. 221.