Das Kloster
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Eva und Dieter
Bachenheimer
Irmgard und Ursula
Giessler
Gerhard Zacharias
Helga und Heinz-
Kasimir Karmiol
   

Gerhard Zacharias

 

Gerhard Zacharias wurde 1923 als Sohn der Eheleute Ludwig Zacharias und Helene geb. Heymann in Braunschweig geboren. Die Familie war mütterlicherseits jüdisch. Helene Heymann war die Tochter des Geheimen Justizrates Victor Heymann und dessen Ehefrau Adele geb. Jonas. Victor Heymann blieb Jude, hatte sich aber assimiliert und wollte als guter Deutscher gelten. Seine Kinder wurden protestantisch getauft.

Helene Heymann ging eine Ehe mit dem Katholiken Ludwig Zacharias ein, die als privilegiert galt und den jüdischen Ehepartner zunächst schützte. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor, neben Gerhard noch zwei Mädchen. Da Helene Jüdin war, musste sie mit starken Einschränkungen leben.

Nach der Wannseekonferenz 1942 war auch sie in Gefahr, deportiert zu werden, kam aber dann bei einem Bombenangriff ums Leben. Eine Schwester der Mutter beging in einem Krankenhaus in Hannover Selbstmord, um der Deportation zu entgehen. Eine andere Schwester wurde von der Gestapo geholt, als Gerhard Zacharias neben ihr stand. Der Vater Ludwig Zacharias hatte eine kleine Fabrik, deshalb ist ihm auch nichts passiert. Die beiden Schwestern hatten sich auf einem Bauernhof in der Nähe von Braunschweig versteckt und überlebten dort.

Gerhard Zacharias machte 1942 in Braunschweig das Abitur und begann in Paderborn ein Theologie-Studium, das einzige Fach, das ihm noch erlaubt war. Als ihm auch dies verboten wurde, verließ er Paderborn. Einige Tage später kamen Polizisten, die ihn abholen sollten, doch er war schon untergetaucht. Erst war er in den Schwarzwald und schließlich nach Stegen geflohen, wo er Familie Giessler kennenlernte.

Gerhard Zacharias und Irmgard Giessler wollten ein Versteck ausfindig machen, wo keiner nach der Herkunft fragte und man anonym leben konnte. Sie wählten Stegen aus. Dort mieteten sie zwei Zimmer bei der Frau des Bürgermeisters. Einige Monate wohnten sie dort, und Gerhard half seiner Vermieterin bei der Poststelle, die sie verwaltete. Als es ihnen dort zu gefährlich wurde und sie keine Papiere besaßen, um sich auszuweisen, konnten sie nicht länger dort bleiben.

1944 wurden sie von Pater Heinrich Middendorf in das Herz-Jesu Kloster aufgenommen. Dort hatte Gerhard Zacharias seine Schlafstätte in der Bibliothek, die er immer so zurecht räumte, dass keiner sie als Schlafstätte ansah. Er ist fast einmal von der Gestapo entdeckt worden, doch er konnte sich im Schlosspark verstecken. Er blieb solange in Stegen, bis die Franzosen dort einmaschierten. Pater Heinrich Middendorf, der gut französisch sprach, verhandelte mit den Besatzungsgruppen. Die Franzosen waren sehr freundlich, keinem wurde etwas zu zuleide getan.