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Lotte und Peter Paepcke
Lotte Mayer wurde 1910 in
Freiburg als Tochter des Stadtverordneten Max Meyer und seiner Frau Olga
geb. Nörtlinger geboren. Ihre Eltern hatten eine Lederhandlung. Sie besuchte
das Goethegymnasium und machte dort 1929 ihr Abitur. Schon damals musste sie
antisemitische Äußerungen hören. Nach dem Abitur studierte sie Jura und
konnte das Studium 1933 erfolgreich abschließen. Sie arbeitete für kurze
Zeit in einer Anwaltspraxis in Rom, kehrte dann aber nach
Deutschland zurück und heiratete den aus
Mecklenburg stammenden Protestanten Dr. Ernst August Paepcke. 1935 brachte
Lotte Paepcke ihren Sohn Peter zur Welt; damit galt ihre Verbindung als
privilegierte Mischehe, die zunächst vor einer Deportation schützte. Sie
ließen ihren Sohn als Vorsichtsmaßnahme evangelisch taufen.
Im Jahre 1942 beschloss Lotte
Paepke, die damals in Leipzig wohnte, unterzutauchen, denn nach der
Wannseekonferenz boten auch die privilegierten Mischehen keinen Schutz mehr.
Eine wohlwollende Ärztin, die bei ihr eine Herz-Muskel-Entzündung
behandelte, stellte einen Erlaubnisschein für eine Bahnfahrt aus. Es gelang
ihr, nach Freiburg zu fliehen, wo sie in verschiedenen Wohnungen wohnte und
ihren dort bei Freunden untergebrachten Sohn wieder aufnehmen konnte. Da sie
krank war und keine Papiere besaß, wurde sie illegal im
Vinzentiuskrankenhaus untergebracht. Am 27. November 1944 wurde die
Freiburger Innenstadt durch einen Luftangriff der Alliierten zerstört,
darunter auch das Vinzentiuskrankenhaus. Lotte Paepcke entkam
glücklicherweise durch ein Kellerfenster. Sie war schockiert und spielte
schon mit dem Gedanken, sich als Jüdin zu stellen, was für sie das sichere
Ende bedeutet hätte.
Ihren in Freiburg wohnenden
Freunden Karl und Grete Borgmann gelang es jedoch, den Rektor des
nahegelegenen Klosters Stegen, Pater Heinrich Middendorf, davon zu
überzeugen, auch Lotte Paepcke und ihren Sohn Peter bei sich aufzunehmen.
Um sie vor Nazianhängern auf
dem Gelände des Klosters zu schützen, arbeitete sie in der Gärtnerei und
gehörte damit scheinbar zum Personal. Ihr Sohn Peter diente den Patres als
Ministrant bei der Messe, um ihn katholisch erscheinen zu lassen. Mit dem
Einzug der französischen Truppen am 23. April 1945 kam schließlich die
Rettung.

Lotte Paepcke geb. Mayer.
Lotte Paepcke über
Pater Middendorf
Lotte Paepcke über Stegen
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