"Gerechter unter den Völkern" 1994
Stegen 1995
Yad Vashem 1995
Handrup 1996
Aschendorf 1997
Gedenkfeiern 1998
Stegen 1999
   

Cornelia Schmalz-Jacobsen

 

Vortrag in Aschendorf

 

Wir sind heute hier zusammengekommen, um im hundertsten Geburtsjahr von Pater Heinrich Middendorf dieses “Gerechten unter den Völkern“ zu gedenken.

Die Veranstalter haben mich gebeten, anlässlich dieser Feierstunde zu Ihnen zu sprechen - eine Ehre, der ich sehr gerne nachgekommen bin - und ich will ihnen nicht verhehlen, dass mich alle diese Fragen im Zusammenhang mit dem Völkermord durch Deutsche - nicht einfach “im deutschen Namen“! aufs Neue sehr beschäftigt und sehr berührt haben. Fragen, auf die man immer und immerwieder Antworten sucht, die aber nie wirklich zu beanworten sind. Eine der schmerzlichsten Fragen ist die nach der Zahl der Retter - warum waren es so wenige, die dem  Hass und den Hetzkampagnen wiederstanden haben und zu Helfern wurden? - Warum haben wir uns erst so spät mit den Lebensgeschichten von Menschen aus einer nummehr anderen Zeit beschäftigt? - Diese Vergangenheit, die nicht vergehen will, hat sehr, sehr lange von den mutigen Deutschen nicht WIRKLICH Kenntnis genommen, mit Ausnahme der Männer des zwanzigsten Juli oder der Geschwister Scholl und der “weissen Rose“.

Es scheint so, dass es für die Mehrheit bedrohlich war, sich mit dieser Minderheit zu konfrontieren, obgleich für die nachwachsenden Generationen die Kenntnis gerade dieser Minderheit so notwendig ist - nicht nur als Vorbilder, sondern auch als Trost.

Die Geschichte der Anne Frank, die 25 Monate mit ihrer Familie in einem Versteck in Amsterdam zubrachte bevor sie denunziert wurde und dann im Konzentrationslager umkam, ging um die Welt und bewegte die Herzen von Millionen

Ihr Tagebuch war wohl das erste Dokument, das einer breiten Öffentlichkeit nicht nur die Geschichte von Verrat und Tod berichtete, sondern auch von der Hilfe für Hilflose.

Natürlich gibt es inzwischen unzählige Bücher über die Historie dieser Zeit, auch über den politischen Widerstand gegen das Nazi-Regime gibt es umfängliche Literatur.

Was aber war mit den ganz normalen Leuten, für die es eine ganz normale Regung war, Menschen in Not zu helfen, und die fassungslos erleben mussten, dass ein unmenschliches System zunehmend an Boden gewann? -Was war mit den Humanisten, denen es graute vor der allgemeinen Herzlosigkeit und Brutalität? - Wie stand es um die Christen, die ja wissen mussten, dass der Nationalsozialismus alles bekämpfte, woran SIE glaubten? – Es waren Wenige, aber es gab ihn, den tätigen, humanitären Widerstand. - Auch wenn bis heute keine Strassen und Plätze nach den “Normalen Leuten“ benannt wurden. Auch wenn es niemals von offizieller Seite in Deutschland Anstrengungen gegeben hat, solche Ausnahme-Menschen zu finden. Als ich im Mai in Israel war und die Gedenkstätte Yad Vashem besuchte, erzählte man mir von den Aktivitäten in Polen - nach dem Zusammenbruch des Kommunismus - Namen von Rettern in Polen zu finden. In Israel hatte man offenkundig erwartet, dass nach dem Fall der Mauer in Deutschland Ähnliches unternommen würde. Es war nicht so. - - Immerhin wissen wir durch die Berichte verschiedener Zeitzeugen, dass es mit Sicherheit deutlich mehr Retter gab, als jene 380, die als “Gerechte unter den Völkern“ vom Staat Israel geehrt wurden und deren Namen nachzulesen sind. - Auch die neueren Forschungen belegen dies. – Diese Forschungen haben ebenfalls erst erstaunlich spät eingesetzt.

Meine Damen und Herren, für alle diejenigen, die keinerlei eigene Erinnerung an Nazi-Deutschland haben können, und das ist inzwischen die grosse Mehrheit der Bevölkerung, ist es fast unmöglich, sich in die damalige Situation hineinzudenken, oder besser: hineinzufühlen. - Das gesellschaftliche Klima, der Hintergrund, das Umfeld, in dem die Retter lebten und handelten, entzieht sich dem Vorstellungsvermögen. - Wenn heute von “Widerstand“ geredet wird , etwa wenn zum Beispiel ein Castor-Transport blockiert wird, dann stösst mich das ab, weil hier ein Wort in kleiner Münze benutzt wird, ohne den tödlichen Ernst zu reflektieren, den dieses Wort und diese Haltung vor gut einem halben Jahrhundert hatte.

Ein jüdischer Geretteter sagt darüber: „Für den Helfer bedeutete es das Betreten einer Strasse, die sicher zum Verlust der Freiheit und oft genug auch des Lebens führte, wenn die Tat bekannt wurde, denn Mitleid wurde zum Verbrechen.“ „In Deutschland“ - so schreibt er weiter – „setzte sich ein anständiger Bürger dem allgemeinen Hass aus, wenn er nur mit Juden oder anderen Ausgestossenen verkehrte. Gegen Ende des Dritten Reiches erwarteten ihn Gefängnis und Hinrichtung.

Also wer waren diese “ganz normalen“, anständigen Menschen? Seit gut einem Jahr erfassen drei Historiker im Zentrum für Antisemitismus-Forschung an der Technischen Universität Berlin systematisch alle Fälle, in denen während des Nationalsozialismus Menschen andere Menschen aus lebensbedrohender Verfolgung retteten. Am Ende soll eine Sozialgeschichte solidarischen Handelns in der NS-Zeit vorgelegt werden. Wieviele es wirklich waren, das weiß niemand und es wird wohl auch für immer unbekannt bleiben. Selbst über die Zahl der in Deutschland geretteten Juden gibt es nur grobe Schätzungen. Zahlen von Dreitausend bis Fünfzehntausend werden genannt. - Das Bild, das die Forscher von den Rettern und Retterinnen entwerfen, ist sehr heterogen und sehr komplex. Es gab die, die in einer ganz konkreten Situation einfach gehandelt haben. Es gab Menschen, die Freunde unter den Ausgestossenen hatten, und die zu ihren Freunden hielten. Und dann waren da noch diejenigen, die ganz gezielt und systematisch Leben retteten. Oft vermischte sich das auch und aus dem Freundschaftsdienst entwickelten sich geplante Aktivitäten. Die Forscher berichten, dass bei allen Helfern zwei Charakterzüge ganz besonders ausgeprägt waren: ihre Unabhängigkeit im Denken und ihre Individualität, die sie resistent machten gegen den Druck von aussen . Und eine Begabung, die sie befähigte, besonders gut mit anderen Menschen mitfühlen zu können und die auch häufiger als andere davon überzeugt waren, auch selber für das Schicksal anderer verantwortlich zu sein. Sie kamen aus allen Schichten der Gesellschaft. Das übrigens trifft auch für die Täter zu, und es gehört zu den besonders schaurigen Tatsachen, dass Ärzte, die zur Hilfe ausgebildet und aufgerufen sind, oder dass z. B. Richter, die von Berufswegen mit Recht und Gerechtigkeit zu tun haben auch dazugehörten.

Von dem evangelischen Christen Dietrich Bonnhöfer ist ein Satz überliefert, der einen zutiefst erschrecken kann: „Die unzähligen ehrbaren und verführerischen Verkleidungen, in denen das Böse sich dem Menschen nähert, machen sein Gewissen ängstlich und unsicher, bis er sein eigenes Gewissen belügt, um nicht zu verzweifeln.“

Meine Damen und Herren, ich bin gebeten worden, von meinen Eltern zu erzählen, und das will ich nun tun.

Wir waren eine Durchschnittsfamilie, Vater, Mutter, vier Kinder, wir lebten in Berlin. Meine Eltern waren in keiner Partei, sie gehörten keiner Gruppe an. Sie sahen wohl relativ früh sehr klar, was auf Deutschland zukam. Sie halfen zunächst Wertsachen für Freunde aus dem Land herauszubringen, sie stellten Koffer bei uns unter, sie baten jüdische Bekannte im November 1938 - in der Pogromnacht - in ihr Haus zu kommen, damit ihnen nichts passierte - und ziemlich plötzlich wurden sie offenbar gewahr, dass sie mittendrin im Anti-Hitlertum steckten.

Sie besprachen also die Lage, die des Landes und die der Familie. Und sie stellten sich die Frage, ob sie weitermachen sollten wie sie es nun angefangen hatten, oder ob sie damit Schluss machen sollten, um ihr Leben und das ihrer Kinder nicht zu gefährden? - Wie ihre Entscheidung dann war, das wissen Sie - ich sage es mit den Worten meiner Mutter: „Es ist allemal besser für die Kinder, tote Eltern zu haben als feige Eltern.“ Meine Mutter war eine temperamentvolle, sehr warmherzige Frau, mein Vater war eher ruhig, bedachtsam und durch und durch integer und unbeugsam. - Nochmal ein Zitat meiner Mutter: „Wenn wir nur zwei Leben retten, dann sind wir schon quitt mit Hitler  - jedes weitere Leben ist dann ein Reingewinn.“ - Mutter konnte auch sehr ironisch sein. .Sie wussten, dass die Aussichten 95 zu 5 gegen sie standen, aber - und jetzt zitiere ich meinen Vater – „die klare Entscheidung weiterzumachen und Leben zu retten, wo und wie immer wir konnten, gab uns die notwendige Ruhe, das Vertrauen und die Zuversicht.“ Und diese Gelassenheit war eine der Grundvorausetzungen für ihr Tun. Jedes Zeichen von Unsicherheit oder Furcht wäre wohl das Ende gewesen. Und so erlebte ich als Zeitzeugin, wenn auch in sehr jungem Alter, wie Menschen in einer Art stillem Taubenschlag bei uns aus- und eingingen, ein paar Tage blieben und dann wieder fortwaren. Mein Großvater übrigens wurde irgendwann von den Nationalsozialisten von seinem Posten im Rundfunk verjagt, weil er sich geweigert hatte, seinen jüdischen Mitarbeiter zu entlassen, der Großvater wohnte dann auch mit im Haus. Es ist sehr wichtig zu sagen und zu wissen, dass Leute wie meine Eltern nie allein waren. Neben den aktiven Rettern gab es immer eine Reihe von anderen, die teils Bescheid wußten, teils etwas ahnten, es waren Mitwisser oder Halb-wisser, positive Informanten und mindestens Nichtanzeiger. - So erinnere ich mich an die Fischfrau auf unserem Markt , die meiner Mutter immer die doppelte Menge von dem, was Sie haben wollte, einpackte. Es gab einen Polizisten, der hereinschaute, wenn Gefahr im Verzuge war. Ich erinnere mich auch an eine kleine, ältliche Verkäuferin in einem Kolonialwarenladen – früher hiess das so, - die immer “ein- Händchen-mehr“ in die Tüten gab. Bei uns hiess sie nur Anna-händchenvoll. -

Diese Leute wussten natürlich etwas, aber es wurde niemals ausgesprochen, und das gehörte auch zum Schutz.

Ich möchte zwei der von meinen Geretteten zu Wort kommen lassen, in ihren Schreiben an die Israelische Gedenkstätte Yad Vashem. Susi, 1941 war sie 19 Jahre alt, schrieb: „Es ist eine Sache , jemanden in den Zug zu setzen und ihm zur Flucht in ein anderes Land zu verhelfen, und es ist eine andere Sache, jemanden im eigenen Haus , in der eigenen Familie aufzunehmen. Wie konnte Frau Helmrich denn wissen, ob sich nicht eine von uns verraten würde unter Druck, aus Angst oder aus Zorn? - Wenn ich heute zurückdenke dann ist es mir beinahe ein Rätsel wie sie mit der Angst alle diese Jahre hindurch bis zum Ende des Krieges leben konnte. - Meine Schwester und ich haben überlebt, unsere Eltern nicht. Als ich von ihrem Tod erfuhr, begann ich Frau Helmrich “Mami“ zu nennen,“ und das hat sie dann bis zum Tod meiner Mutter auch getan. Leon Wilk schreibt über meinen Vater: „Um diese Zeit - (er meint nach der Wannsee-konferenz) - hat ein Major der Wehrmacht in der Stadt Drohobycz in Galizien sich vorgenommen, soviele Menschen wie möglich vor dem Holocaust zu bewahren. Er war zuständig für Landwirtschaft und Ernährung und hat nicht weit von der Stadt eine Gärtnerei gegründet und dort circa 300 Leute beschäftigt. Wir waren dort untergebracht, hatten eine eigene Küche und bekamen Verpflegung wie gewöhnliche Arbeitnehmer. Bei allen sogenannten Aktionen und Selektionen war unser Herr Helmrich immer bei uns, und es ist ihm immer gelungen, seine Belegschaft vor Deportationen zu bewahren.“ Heute leben die Geretteten in Israel, in den USA oder auch in Deutschland.

Das Ende des zweiten Weltkriegs im Mai 1945 war für Familien wie die unsere Befreiung, die Erleichterung war unvorstellbar groß – aber dann entwickelte sich etwas, das eigentlich logischerweise zu erwarten war, das aber gerade für junge Hitlergegner empörend war. Ich möchte es als das Kartell des Verschweigens und Verdrängens bezeichnen. Berthold Beitz, einer der früh geehrten Retter, berichtet von erheblichen Animositäten gegen ihn aus der Industrie. (Generalbevollmächtigter von Krupp). Elisabeth Abegg wurde sogar von Spät– oder Neo–Nazis bedroht, sodass sie es vorzog, ihre Ehrung nicht in Deutschland, sondern in der Schweiz entgegenzunehmen.

            Sehr häufig wollten die Retter überhaupt nicht geehrt werden, und zwar nicht aus Furcht vor Repressalien, sondern weil ihr Handeln für sie selbstverständlich und normal war. Meine Mutter z. B. hat sich jahrelang gesträubt. „Für Anstand geehrt zu werden? – damit stellt man doch die Dinge auf den Kopf.“ Es dauerte, bis man sie überzeugt hatte, dass sie es zulassen sollte, nicht für sich, sondern für die nachwachsende Generation.

Seit einigen Jahren gibt es nun endlich ein breites Interesse für alle Facetten dieser Jahre. Ob es sich um Ausstellungen handelt – jüdische Lebenswelten, die Wehrmachtsausstellung – um den Film “Schindlers Liste“, um das umstrittene Buch von Daniel Goldhagen oder um Victor Klemperers Tagebücher – der Erfolg gerade in Deutschland ist überwältigend. - Warum so spät? – „Nicht die Söhne, sondern die Enkel stellen die Fragen“, meinte ein polnischer  Journalist. Es spricht für die junge Generation, dass sie sich mit der Epoche der Barbarei auseinandersetzt, Aufklärung sucht und Spuren nachgeht. Dafür gibt es zahllose Beispiele. – Übrigens: dass dieser Mechanismus auch anderswo ähnlich funktioniert, das erleben wir ja derzeit auch: Schweizer, Franzosen, Niederländer, Tschechen und andere erinnern sich an die für ihre Länder schmerzhaften oder beschämenden Vorkommnisse..

Viel Junge fragen, warum ist es nie zum offenen Aufruhr gekommen? – Percy Gurwith, ein KZ-Überlebender, der seine ganze Familie verloren hat, gibt eine interessante Antwort auf diese Frage: „Man muss zwei Begriffe auseinanderhalten, die Überwindung von Todesfurcht und den bei einem offenen Aufruhr unumgänglichen TodesMUT. Die Teilnehmer eines Aufruhrs mussten sich der faschistischen Gewalt Auge in Auge gegenüberstellen, ohne Chance unerkannt zu bleiben. Bei halblegalem oder illegalem konspirativ getarntem Widerstand bestand stets die Hoffnung, unentdeckt zu bleiben. Bei offenem Aufruhr gegen die Judenvernichtung gab es sie nicht, jede offene Erhebung wäre einem wirkungslosen Selbstmord gleichgekommen.“ -

Ich bin gebeten worden, eine Brücke zum Heute zu schlagen, speziell in meiner Eigenschaft als Ausländerbeauftragte. Das ist deswegen garnicht so leicht, weil Vergleiche gefährlich sind und weilsie häufig schief sind.

Aber wir müssen wir uns mit zwei Dingen sehr ehrlich und sehr ernsthaft beschäftigen: nämlich mit den militanten und gewalttätigen Neo-Nazis und ihren “Mitäufern“, und mit unserem Umgang mit Migration und mit den Migranten selbst. Der große Unterschied zu damals ist, dass wir in einem demokratischen Rechtsstaat leben. Dass Gewalt verfolgt wird und nicht befohlen wird. Dass Zivilcourage – niemals leicht, übrigens – heute  eine Haltung ist, die viele teilen. Es ist eben kein verzweifeltes gegen–den–Strom–schwimmen. Aber ich empfinde Sorge darüber, dass man den Rechtsradikalismus, der immer auch ausländerfeindlich ist, allzulange und allzu leichtfertig als eine Sache der “verirrten Schäflein“ gesehen hat. Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, keine Jugendheime, Protest – es gibt verschiedene Erklärungsmuster. Aber dass es hier um Gewalt und Terror gegen einzelne geht, um ein Aushebeln der Zivilgesellschaft und letztlich um einen Anschlag gegen die Demokratie – diesen Fragen sollten wir uns entschiedener stellen, und ich bin sehr froh, dass unser Bundespräsident dies in dieser Woche in einem großen Interview getan hat. Auch Protestwähler tragen Verantwortung für ihre Stimmabgabe, darum dient der Protest auch nicht als Entschuldigung.

Ich wünschte, wir hätten im Mai oder Juni im Deutschen Bundestag noch eine Debatte über den Rechtsradikalismus führen können, aber dies erschien den Führern der CDU/CSU als nicht opportun und so gab es diese Debatte nicht.

Wir leben heute mit über 7 Millionen Nicht-Deutschen in unserem Land, und in Wirklichkeit geht das meist besser als viele zu denken scheinen.

In der Schrift von Pater Bernd Bothe über den Namenspatron dieser Schule heisst es am Schluß: „An Pater Heinrich Middendorf erinnern in Deutschland drei Stätten, mit denen seine Person verbunden war und bleibt: Stegen, Handrup und seine Heimat Aschendorf. An diesen Orten sowie an der Gedenkwand der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem, wo er als erster deutscher katholischer Priester geehrt wurde - dort möge es auch einem Deutschen erlaubt sein, in Würde zu stehen.“

Die Jungen tragen keine Schuld, aber sie haben Verantwortung. Gerade für sie ist es wichtig zu wissen, dass der Erfolg des Terrorregimes nie vollkommen war . Ein Bruchteil der Bevölkerung widerstand allen Bemühungen, es gefühllos und blind zu machen für die Leiden seiner Mitmenschen, ihre Menschlichkeit und ihr Empfinden für das was richtig und das was falsch war (gut oder böse) hatte das Regime nicht zersetzen können.

Es ist gleichzeitig ein Wunsch und eine Aufforderung an jeden von uns, mit dem ich schliessen möchte: Mögen wir immer und zu jeder Zeit unsere eigene Würde bewahren - und die Würde von anderen Menschen erkennen und schützen.