|
| |
AUSWERTUNG
BISTUMSDATEN
auf Grund der Internetinfos
über die Gemeinden des Bistums Hildesheim
ZURÜCK
| Dorf -
Stadt |
vor |
1945 |
nach |
1945 |
Kath. Kirche |
vor 1945 |
nach 1945 |
Herkunft |
|
Gesamt |
kath |
Gesamt |
kath |
|
|
|
|
| Beispiel |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Munster |
5000 |
50 |
9000 |
|
keine, St. Michael |
50 |
ca 250 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Wedemark -
Mellendorf |
1121 |
19 |
|
|
St Maria Immaculata |
19 |
1400 |
Ostpreußen - Schlesien |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Uetze |
3018 |
50 |
5572 |
1200 |
St. Matthias mit Häningen |
50 |
1200 |
Ostpreußen - Schlesien |
| Landgemeinde |
|
|
|
662 |
St. Barbara |
|
|
|
| 31311 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Völksen |
|
36 |
|
204 |
St. Hedwig |
36 |
204 |
Rheinland
- Schlesien |
| Springe
31832 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Helmstedt |
|
|
|
|
St. Ludgeri |
5340 |
|
|
| 38350 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Dörfer
Emmerstedt |
|
|
|
|
|
|
|
|
| und Barmke |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Heinigen |
|
|
2300 |
800 |
St. Peter und Paul |
|
800 |
|
| 38312 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Grasleben |
|
|
|
|
|
|
|
Schlesier aus den Kreisen |
| 38368 |
|
|
|
|
|
|
|
Wohlau und Bunzlau |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Dorstadt |
|
|
|
1230 |
Hl. Kreuz |
|
1230 |
Heimatvertriebene |
| 38312 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Cremlingen |
|
|
|
|
St. Bonifazius |
|
|
|
| 38162 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Büdeenstedt
(Offleben) |
|
600 |
|
1020 |
St. Barbara |
600 |
1020 |
Heimatvertriebene |
| 38162 |
|
|
|
|
|
|
|
Flüchtlinge |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Braunschweig
(West) |
|
|
|
|
St. Joseph (St. Hedwig) |
|
4986 |
Schlesier |
| 38120 |
|
|
|
|
St. Cyriakus |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Braunschweig
(Süd) |
|
|
|
|
St. Heinrich |
|
|
Rheinland |
| 38126 |
|
|
|
|
|
|
|
heimatvertriebene Osten |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Braunschweig
(Stöckheim) |
81 |
|
602 |
Hl. Dreifaltigkeit |
|
|
Heimatvertriebene |
| 38124 |
|
|
|
|
|
|
|
Flüchtlinge |
ZURÜCK
Auswirkungen der Vertriebenen auf Katholische Kirchengemeinden
im Bistum Hildeheim am Beispiel: BRAUNSCHWEIG
"Die Folgen der Industrialisierung wurden besonders
nach der Jahrhundertwende mit kontinuierlich steigenden Katholikenzahlen spürbar.
Von 1890 bis 1900 stieg die Anzahl der Katholiken von 6270 auf 8750. Im
Jahre 1912 lebten in der Stadt und den umliegenden Gemeinden von Braunschweig 17 800 Katholiken,
direkt von St. Nikolaus wurden damals 6 500 Gemeindemitglieder betreut.
Da sich bereits vor der Jahrhundertwende die Tendenz steigender Katholikenzahlen
abgezeichnet hatte, setzte sich Dechant Karl Grube 1894 für den Neubau einer
katholischen Kirche im Westen Braunschweigs ein. Nicht zuletzt hatte die
Einrichtung einer Möbelfabrik am Ma-da-menweg den Ausbau der Weststadt gefördert.
Bereits 1894 wurden im Westen Braunschweigs Grundstücke am Madamenweg und an
der Goslarschen Straße kirchlicherseits käuflich erworben. Auf dem Grundstück
am Madamenweg befand sich bereits eine Gastwirtschaft, deren Saal zum
Gottesdienstraum umgestaltet wurde.
Am 24. November 1894 wurde der Raum benediziert und unter den Schutz des
heiligen Josephs gestellt. Das Gastzimmer wurde als Schulraum genutzt. Noch vor
Beginn des Ersten Weltkrieges (1914–1918) war es finanziell möglich
gewesen, auf dem Gartengelände in der Goslarschen Straße ein katholisches
Gotteshaus zu errichten, das 1903 ebenfalls das Patrozinium des heiligen Joseph
erhielt. Nach St. Nikolaus und St. Laurentius war St. Joseph die dritte
katholische Kirche, deren Einrichtung in Braunschweig nach der Reformation
erfolgen konnte. Der Seelsorgesprengel umfaßte den gesamten Bereich der
Weststadt von Braunschweig und die umliegenden Landgemeinden. Neben der
Pfarrkirche errichtete man die katholische Schule, die 1919 in städtischen
Besitz überging.
Die Schule besuchten auch die Kinder der 300 Land- und Fabrikarbeiter, die
damals einen hohen prozentualen Anteil der Gemeindemitglieder im Seelsorgebezirk
stellten, 1917 lebten hier insgesamt 2 500 Katholiken.
Nachdem im Jahre 1933 der Oberbürgermeister der Stadt von Polizei und SA
verschleppt und inhaftiert worden war, wurde er genötigt, auf sein Amt zu
verzichten; in Braunschweig begann die uneingeschränkte Herrschaft der
Nationalsozialisten. Schon der Vier-Jahres-Plan der Wirtschaft von 1936 forderte
von Industrie und Wehrmacht, 1940 kriegsbereit zu sein. Deshalb wurde auch in
Braunschweig das Personal besonders der metallverarbeitenden Industrien (z. B.
Lutherwerke-Flugzeugbau) aufgestockt. Später, während des Zweiten Weltkrieges
(1939–1945), setzte man in der Stadt „Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und
KZ-Häftlinge“ in der Rüstungsproduktion ein. Oftmals waren Fabriken
Barackenlager angeschlossen, wo die Arbeitskräfte unter menschenunwürdigen
Verhältnissen leben mussten. Ihre seelsorgliche Betreuung war kaum möglich, da
den Priestern der Zutritt zu den Lagern untersagt war.
Die Katholikenzahlen im Bereich des Seelsorgesprengels von St. Joseph waren
zwischenzeitlich erneut gestiegen. Während 1937 noch 2 000 Katholiken
betreut wurden, waren es 1940 bereits 2 600. Der Anstieg ließ sich auch
hier neben dem Angebot von Arbeitsplätzen in der Industrie auch auf die
Einrichtung verschiedener militärischer Anlagen und die Gründung von
nationalsozialistischen Schulungszentren in Braunschweig zurückführen.
Die St. Josephskirche, die am 18. April 1936 durch Bischof Joseph Godehard
Machens (1934–1956) konsekriert worden war, wurde durch einen
Bombenangriff vom 11. Oktober 1944 stark beschädigt; das Pfarrhaus war bereits
am 5. August des Jahres völlig zerstört worden. Die gesamte Weststadt war
hauptsächliches Ziel alliierter Luftangriffe, da Industrie und Schienenanschluß
vorhanden waren. Die Nationalsozialisten hatten vorausgeplant und am Madamenweg
1941/1942 einen der drei im Seelsorgebezirk von St. Joseph liegenden Bunker
errichtet. Die katholische Schule der Gemeinde war bereits 1941/1942 durch die
nationalsozialistische Regierung aufgehoben worden.
Unmittelbar nach Kriegsende drängten zahlreiche
Heimatvertriebene und Flüchtlinge in den Seelsorgebezirk der Josephsgemeinde,
der zeitweilig zwischen Bahnhof, Lagern und Bunkern lag. Der Braunschweiger
Bahnhof war einer der ersten Bahnhöfe hinter der Grenze zur sowjetischen
Besatzungszone, so daß die Geflüchteten Unterkunft in den bahnhofsnahen
Baracken suchten. Hier war die Seelsorge für die Gemeindepriester von St.
Joseph schwierig, die 1946 für insgesamt 5 000 Katholiken verantwortlich
waren. Auch die sozialen Unterschiede erschwerten ihre Arbeit, wenngleich ein
gutes Verhältnis zwischen heimatvertriebenen und einheimischen Katholiken
bestand.
Der Wiederaufbau begann nach der Währungsreform von 1948 nur zögernd. Erfolge
stellten sich ein, nachdem das westliche Ringgebiet der Stadt wieder aufgebaut
und an Wohnsubstanz noch erweitert worden war. Im Jahre 1954 wurde die
„Lagerschule“ im Ausländerlager auf dem ehemaligen Flugplatz an der
Broitzemer Straße der katholischen Schule von St. Joseph eingegliedert.
Als 1956 im Seelsorgebezirk von St. Joseph über 6 000 Katholiken lebten,
wurde die Vikarie zur Kirchengemeinde erhoben. Durch zahlreiche Neubauten stieg
die Katholikenzahl im Gemeindebezirk kontinuierlich,
wo hauptsächlich Arbeiter und Handwerker wohnten; ein Viertel der Katholiken
arbeiteten als Angestellte, Beamte und Geschäftsleute.
Der Seelsorgebezirk der Josephsgemeinde war noch weit ausgedehnt und umfaßte
nach der Erhebung zur Kuratie neben dem gesamten Westbereich der Stadt noch
weitere 19 der umliegenden Landgemeinden. Weil unter dieser Voraussetzung weder
eine intensive noch eine geregelte Seel-sorge möglich war, wurden später
Abpfarrungen vorgenommen – wie in Braunschweig-Lehndorf Heilig Geist,
Braunschweig-Rüningen St. Hedwig und in Braunschweig-West St. Cyriakus. Ihre
„Muttergemeinde“ St. Joseph erhielt 1960 Pfarreistatus.
ZURÜCK
|