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HERBERT KLOSA
Festvortrag
gehalten am 30. August 1997
50. Wiederkehr der Gründung der Katholischen Männergemeinschaft Munster
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"In einem Verwaltungsgebäude am Wasserturm wurde die Lager- und
Lazarettseelsorge eingerichtet. Im oberen Geschoss war die evangelische,
im Erdgeschoss die katholische Dienststelle untergebracht. Die katholische
Dienststelle bestand aus Wehrmachtspfarrer Johannes Schweer,
Sanitätsunteroffizier Georg Jamitzki, Küster Hermann Kessel, Schreiber Herbert
Klosa, Helfer Karl Frommherz, Helfer Hans Chrobotzek.
Alle bekamen Sonderausweise, um die einzelnen Lager betreten zu dürfen.
Meine Hauptaufgaben bestanden insbesondere im Geschäftszimmerdienst, im Verbindung halten zu den einzelnen Teillagern, der Organisation der Gottesdienste
in den Lagern und im Verbindung halten zur Zivilgemeinde. Eine der wichtigsten Aufgaben war es auch, Kontakt zu Angehörigen von Kriegsgefangenen und Kranken
herzustellen und zu pflegen.
Zur gleichen Zeit wurde die Betreuung der Zivilgemeinde durch die Lager- und
Lazarettseelsorge übernommen, um den Pfarrer aus Ebstorf zu entlasten. Die Zahl
der Einwohner in Munster stieg während dieser Zeit durch den Zuzug von vielen Vertriebenen auf ca. 9.000. Mir selbst wurde auch die Caritasarbeit aufgetragen.
Durch Vermittlung des englischen Lagerkommandanten - einem schottischen Obersten, der selbst katholisch war - konnten wir die Theaterbaracke im Lager, nahe
der Verladerampe der Lagerbahn, zur Kirche ausbauen. Hier fand Weihnachten 1945 die
Mitternachtsmesse statt, an der auch die Zivilgemeinde teilnehmen durfte.
Dieser Gottesdienstraum war festlich geschmückt und die Mittemachtsmesse wurde für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Im April 1946 wurden alle Angehörigen unserer Dienststelle entlassen. Mir wurde
von den beiden scheidenden Geistlichen Schweer und Jamitzki gesagt: ,,Du kannst nicht in Deine Heimat, halte also hier die Stellung und sorge für eine weitere gute
Betreuung der Kranken und Gefangenen durch heimkehrende Geistliche! Bleibe solange, bis es in Munster eine eigene Seelsorgestelle gibt. Das ist für Dich fürwahr
eine große Aufgabe!“
Ein Adjutant bei der Kommandantur hatte bereits die Auflösung der Dienststelle verfügt und die Räumung des Gebäudes am Wasserturm angeordnet. Auf meinen
massiven Widerstand hin wurde die Auflösung zurückgenommen und es wurden neue Räume
für beide Dienststellen (evangelisch und katholisch) im Gebäude der Lagerpolizei zugewiesen.
Die Dienststelle wurde verlegt, die Kirche musste geräumt werden. Wiederum durch
Vermittlung des Kommandanten bekamen wir zwei Baracken zur Nutzung als Kirchenräume. Es waren dies ein ehemaliger Pistolenschießstand am
damaligen Soldatenheim in der Nähe des Lagereinganges gelegen (hier befindet sich jetzt die
UHG Hindenburgkaserne) und ein Haferschuppen an der Knochenhauer-Kaserne hinter der Lagerbahn. Material wurde zur Verfügung gestellt, Ausbauen und
Einrichten mussten wir die Gottesdiensträume allein. Es gelang mit Hilfe von Kriegsgefangenen auch sehr gut. Der Schießstand wurde zur Lagerkirche ernannt,
zu dem besonders die Zivilgemeinde Zutritt hatte. Der Schuppen wurde als Lazarettkirche eingerichtet.
Für die Lagerkirche stellte der englische Kommandant 100 Polsterstühle und einen
Sisalläufer zur Verfügung. In dieser Kirche fanden auch die Gottesdienste für
katholische Engländer statt, die auch zeitweise von deutschen Geistlichen gehalten
wurden.
In dieser Zeit kamen eine Reihe Geistlicher aus Großbritannien, Amerika und Afrika
zur Entlassung nach Munster. Diese bekamen Ausweise, um jederzeit zum Pfarramt zu gelangen und Gottesdienste zu halten. Jeden Sonntag fanden 5 Gottesdienste in
den einzelnen Lagern statt und um 17.00 Uhr für die Zivilgemeinde in der St. Urbani-
Kirche. Die evangelische Kirchengemeinde hatte dankenswerterweise den Katholiken die Kirche des Öfteren für Gottesdienste zur Verfügung gestellt, in der
auch schon während des Krieges Messen für Zivilisten und in Munster stationierte
Soldaten gefeiert wurden.
Um dies alles zu organisieren, wurde mir von den jeweils anwesenden Pfarrern der
Auftrag erteilt, zu bestimmen, wer, wann und wo Gottesdienst hält und wer zu predigen hat. Für einen 26jährigen Laien war das
eine große Aufgabe und Herausforderung zugleich, die nur in der damaligen Kameradschaft zu bewältigen
war.
Pater Wilhelm Lückerath, ein Redemtorist, erkannte die Not, in der ich mich befand.
In klösterlichem Gehorsam aber wollte er sich nicht freiwillig zur Verfügung stellen.
Auf meine Bitte wurde er von der Entlassung zurückgestellt und bekam von der Lagerleitung zwei Wochen Urlaub mit der Maßgabe, sich dann um die Seelsorge in
Munster zu kümmern. Ein einmaliger Vorgang, der Pater Lückerath aber aus seiner
Gewissensnot befreite. Da er aber nicht auf Dauer bleiben konnte, wurde überlegt,
was zu tun sei. Ich habe ihm vorgeschlagen, zum Bischof nach Hildesheim zu fahren.
Der Bischof von Hildesheim, Josef Godehard Machens, hörte sich seinen
Bericht an und erklärte ihm, dass er keinen Priester frei habe. Sollten sich aber unter
den heimkehrenden Geistlichen zwei finden, die in Munster bleiben wollten, würde
er sie gern in die Diözese übernehmen.
Wir befragten daraufhin viele Heimkehrer, bis sich dann zwei bereit erklärten, diese Aufgabe zu übernehmen. Es waren dies
Wehrmachtsoberpfarrer Bartsch und Pater Johannes Kriegel.
Pater Kriegel stammte aus der Gemeinschaft ,,Von den Heiligen
Engeln" auf Schloß Bantz in Franken. Pfarrer Bartsch wurde die Zivilgemeinde Munster anvertraut,
Pater Kriegel übernahm das Lagerpfarramt.
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Pater Lückerath hatte seinen Auftrag erfüllt und konnte nun in sein geliebtes Kloster
fahren.
Beim Abschied sagte er zu mir, dass er zwar zunächst sauer auf mich gewesen sei, aber nun doch froh, diesen Auftrag erfüllt und zu einem guten Ende
gebracht zu haben. Er dankte mir jetzt sogar dafür, dass ich ihn praktisch dazu
gezwungen hatte.
Ich habe dies alles so ausführlich geschildert, um zu zeigen, in welcher Situation wir
uns damals befanden.
Pfarrer Bartsch führte vom ersten Tag seiner Tätigkeit an ein Vermeldebuch.
Es
begann am 8. September 1946 und endet am 21. März 1946. Aus diesem Buch habe ich alle folgenden Daten übernommen. Ich selbst hatte bereits am
21. Juli 1948 ein
Buch angelegt, in dem Datum, Zelebrant, Teilnehmerzahlen der Gottesdienste und
Kommunionen vermerkt wurden. Beide Bücher können eingesehen werden.
Die erste Vermeidung lautete: ,,Die Kinder mögen zur Katechese kommen!“ Es folgten Aufrufe an die Eitern, die Kinder zum Religionsunterricht
anzumelden, der in den Schulen Munsters und Brelohs von katholischen Lehrern erteilt werde und ein
Aufruf zum Aufbau von Jugendgruppen.
Die Heimabende würden bei Familien, in der Schule und an anderen Orten gehalten.
Am 1. Juni 1947 wurden dann die Jugendführer von Pater Kriegel ernannt:
Mädchengruppe St. Hedwig Rosel Wirth
Jugendgruppe St. Michael
Alios Vogt
Frohschar
Christa Langosch
Jungschar
Otto Kandziorra
Sprechstunden des Pfarrers bei Familie Gerchel, Lindenstraße 10, da der Pfarrer
noch im Lager wohnte.
Am 1. November 1946 fand die erste Firmung in Ebstorf statt, zu der aus Munster
ein Bus eingesetzt wurde.
Am 27. November 1946 trafen sich Mitglieder der Gemeinde, um einen Kirchenchor
unter Leitung von Paul Peter zu gründen.
Am 29. Dezember 1946 fand der erste Pfarrfamilienabend im Hotel Kaiserhof mit einer Aufführung eines Weihnachtsspiels durch die Pfarrjungend und Vorträgen des
Kirchenchores statt. Nach meiner Erinnerung betrug der Eintrittspreis ein Brikett,
damit der Saal beheizt werden konnte und eine Kerze, um die Stromsperre überwinden zu können.
Am 12. Januar 1947 kam Bischof Josef Godehard Machens nach Munster. Um 17.00 Uhr fand ein Gottesdienst in St. Urbani mit 140 Teilnehmern statt und ein weiterer
um 20.00 Uhr in der Lazarettkirche mit 240 Teilnehmern.
Am 30. Januar 1947 erkrankt Pfarrer Bartsch und kommt nach längerer Abwesenheit
nicht mehr nach Munster zurück. Pater Kriegel übernimmt auch die Zivilgemeinde.
Am 14. April 1947 wird bei Müller Haase in der Lüneburger Straße 4 ein Raum angemietet. Dieser dient als Wohnung und Pfarrbüro.
Frau Margarethe Francke, eine Heimatvertriebene aus Schlesien, wird von Pater Kriegel als Seelsorgshelferin
eingestellt.
Am 27. April 1947 wurde folgender Aufruf verlesen:
,,Am Montag, dem 28.04.1947, eröffnen wir die Arbeit der Frauen mit einem Arbeitskreis junger Frauen und Mütter, zu der alle, die es
angeht, herzlich eingeladen sind. Wir treffen uns im Gastraum des Kleinbahnhofes, den Frau Kröber uns liebenswürdigerweise zur
Verfügung gestellt hat.“
Über diese Arbeit ist mir nur wenig bekannt. Darüber wird die Frauengemeinschaft
sicher selbst berichten.
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Noch einige wenige, aber wichtige Daten zur Pfarrgemeinde:
Am 09. November 1947 wurde durch Aufruf die Borromäusbücherei ins Leben
gerufen. Frau Maria Gerhardt, geborene Hertel, hat die Bücherei aufgebaut, vornehmlich durch Bücherspenden und viele Jahre hindurch hervorragend geführt.
Die Verbindung nach Ebstorf wurde rege aufrechterhalten. Pfarrer Dieckotto lud immer wieder zu besonderen Gottesdiensten und Wallfahrten ein, da er dort ein
Marienkleinod hatte. Die Frauen fuhren oft dahin und es waren immer besondere Erlebnisse.
Im Januar 1948 bekam Pater Kriegel Verstärkung durch einen zweiten Geistlichen.
Ein Mitbruder aus dem gleichen Orden, Pater Dumont, übernahm die Gefangenenseelsorge.
Pater Dumont und ich wurden im YMCA-Heim im Lager untergebracht. Die Young Men‘s Christian Association war eine amerikanische
Jugendorganisation, die sich um Kriegsgefangene in Deutschland kümmerte und dem deutschen CVJM entspricht. Die Zusammenarbeit war sehr gut.
Am 21. März 1948 - Palmsonntag - hielt Pater Kriegel seinen letzten Gottesdienst.
Er verließ Munster aus ganz persönlichen Gründen. Pater Kriegel hat die ganze
Aufbauarbeit, die ich bisher geschildert habe, hervorragend und mit großem Einsatz
geleistet. Er war für jede Mithilfe aufgeschlossen und dankbar. Die Gemeinde hat
seinen Fortgang sehr bedauert.. Pater Dumont übernahm nun beide Dienststellen, wobei das Lagerpfarramt bald aufgelöst wurde.
Die Entlassungsstelle wurde verlegt.
Pater Dumont zog in die Lüneburger Straße. Margarethe Francke wurde ebenfalls versetzt und ich wurde von der Diözese als Helfer und Küster eingestellt.
Damit sollen meine ersten genannten Punkte abgeschlossen werden. Ich will mich jetzt der Gründung und dem Leben des Katholischen Männervereins zuwenden.
Am 7. Mai 1947 wurde noch von Pater Kriegel folgender Aufruf erlassen:
,,Am Montag, dem 8. Mai 1947, findet erstmalig eine Zusammenkunft aller katholischen Männer unserer Gemeinde im Lokal des
Kleinbahnhofes statt. Wir machten dem so oft geäußerten Wunsch
nach einem Männerverein nun endlich entsprechen.“
Nach mehreren Treffen wurde der Gründungstag auf den 11. August 1947 mit folgender
Vermeldung festgelegt:
,,Montag, 20.00 Uhr, im Kleinbahnhof, Gründungsversammlung des Katholischen Männervereins Munster. Ich bitte, alle Männer zu dieser
Versammlung zu erscheinen.“
Mit Datum vom 14. August 1947 wurde an das Hochwürdigste Bischöfliche Generalvikariat in Hildesheim folgender Brief geschrieben:
,,Am 11. August 1947 wurde der ,,Katholische Männerverein Munster“ gegründet. 1. Vorsitzender ist der Kiefernchirurg Dr. Fritz
Pyka, Soltauer Straße/Ecke Lagerstraße. Die Mitgliederzahl betrug am
Gründungstag 15 Männer. Kriegel, Pfarrvikar.“
Eine zeitlang wurden die Zusammenkünfte im Wartezimmer von Frau Dr. Elisabeth
Dieckvoss gehalten. Nach einiger Zeit stellte Frau Kröber wieder ihr Lokal zur
Verfügung. Dr. Pyka verließ für eine Zeit Munster und Herr Heinz Hahn
übernahm den Vorsitz, bis auch er 1950 Munster verließ.
Anschließend führte Herr Wilhelm Schott den Vorsitz des Vereins und zwar über
viele Jahre. Im gleichen Jahr schloss sich der Männerverein dem ,,Katholischen Männerwerk der Diözese Hildesheim“ als Mitglied an. Von da an
musste ein offizieller Vorstand mit Stellvertreter, Schriftführer und Schatzmeister gewählt werden. Es
wurde ein Vereinsbeitrag erhoben und ein Teil davon musste an die Diözese überwiesen werden. In einer Satzung wurden folgende Aufgaben präzisiert:
Der Katholische Männerverein sieht seine Aufgabe vor allem im Bereich der Pfarrgemeinde St. Michael Munster. Er ist darum bemüht, das religiöse Leben
in seinen Reihen zu fördern. Durch Bildungsveranstaltungen will er die Befähigung und das Selbstvertrauen vermitteln, in Kirche und Gesellschaft
verantwortlich mitzuarbeiten. Daher ist es das Ziel, in dieser Gemeinschaft die
katholischen Männer unserer Pfarrgemeinde zu vereinigen:
— denen unser Glaube und unsere Kirche etwas bedeutet;
— die Politik aus christlicher Verantwortung wollen;
— die Ehe und Familie als Grundsituation für unser menschliches Glück und
unsere Zukunft unterstützen;
— die im fröhlichen Tun Kameradschaft und Freundschaft erleben wollen.
Daran haben sich alle Mitglieder im Laufe der Zeit gehalten und besonders die jeweiligen Vorsitzenden haben in diesem Sinne gewirkt. Der Männerverein wurde zu
einer tragenden Säule im kirchlichen Leben und bei vielen Veranstaltungen, Fahrten
und Pfarrfesten.
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Am 10. August 1950 wurde der schlesische Pastor Georg Urban, aus Stade
kommend, in Munster als Pfarrvikar eingesetzt.
Pater Dumont wurde in sein Kloster auf Schloss Bantz zurückbeordert. Sein Orden
betreute Deutsche im Ausland , so dass er bald nach England geschickt wurde. Pater
Dumont hat in Munster sehr segensreich gewirkt und sich großer Beliebtheit erfreut.
Durch Pfarrer Urban wurde das Gemeindeleben neu gestaltet. Er erfreute sich im Laufe der Jahre immer größerer Beliebtheit, Achtung und Anerkennung, auch bei
der einheimischen Bevölkerung von Munster.
Auch das Vereinsleben des Männervereins bekam neue Impulse. So wurde z. B. bei einem Männerabend in froher Runde beschlossen, eine Fahne für den Männerverein
zu beschaffen.
Auf seinen Vorschlag hin wurde sofort mit einer Spendensammlung begonnen und ein großer Teil der Kosten kam spontan zusammen.
Bald konnte die Fahne beschafft werden. Erster Bannerträger wurde das Gründungsmitglied Franz Kalski. Er hatte schon große Erfahrungen als
Fahnenträger des Kyffhäuserbundes. Es ist noch heute nach 50 Jahren eine Freude,
sein Fahnenschwenken zu erleben. Ihm gebührt große Anerkennung!
Das Banner der Männergemeinschaft trägt übrigens immer noch die alte Inschrift ,,Katholische
Männergemeinschaft Munster-Lager“.
Der Verein entwickelte sich zum Veranstalter von Festen, besonders der Faschingsvergnügen. Darüber könnte viel berichtet werden. Dafür reicht aber die
Zeit nicht. Otto Kandziorra hat darüber Unterlagen gesammelt, die es wert sind,
darin zu blättern. Diese Mappe steht mit seinem Einverständnis auch zur Verfügung.
Mit der Frauengemeinschaft wurden Weihnachtsbasare, Feste ,,Rund um die Kirchen und andere Veranstaltungen durchgeführt. Die Aufstellung der Weihnachtsbäume
und der Krippe usw. gehörten dazu.
1948 wurde noch von Pater Kriegel die ,,Häusersegnung“ eingeführt und
von Pfarrer Urban und Pfarrer Wehner aufrechterhalten.
Unter Militärpfarrer Albrecht Przyrembel begann das ,,Sternsingen“.
Klaus Kranich assistierte ihm damals und fuhr mit seinem VW-Bus die Kinder zu den
Familien.
1973 wurde Pfarrer Pzryrembel versetzt. Klaus Kranich war von dieser
guten Sache so begeistert, dass er sofort diese Aktion übernommen und ausgebaut
hat und noch heute leitet. Eine großartige Leistung, wofür Herrn Kranich besonders
herzlicher Dank gebührt.
Als Vorläufer der Pfarrgemeinderäte wurde am 15. November 1965 von Pfarrer
Walter Wehner ein Pfarrkomitee ins Leben gerufen. Am 10. Dezember 1967 wurde
zum ersten Mal offiziell ein Pfarrgemeinderat nach den Vorschriften der Diözese
gewählt. Am 1. September 1947 war der Frauen- und Mütterverein offiziell gegründet
worden. Aus meinen Unterlagen und Erinnerungen wurde als erste Vorsitzende Frau
Franziska Langosch gewählt. Ihr folgten von
1947 - 1949 Franziska Langosch
1949 - 1951 Irene Müller
1951 - 1955 Emma Peter
1955 - 1964 Hildegard Mirikow
1964 - 1982 Hildegard Kurek
1982 - 1988 Margarethe Breuer
1988 - 1991 Anneliese Goldberg
seit 1991 Irmgard Westermann
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Die Vorsitzenden des Männervereins waren nach meinen Erkenntnissen folgende:
1947- 1948 Dr. Fritz Pyka
1948 - 1950 Heinz Hahn
1951 - 1961 Wilhelm Schott
1961 - 1963 Franz Kandziorra
1963- 1968 Otto Hechinger
1968 -1975 Klaus Kranich
1975-1981 Helmut Brodowski
1981 - 1984 Klaus Kranich
1984 - 1990 Georg Prahl
1990-1991 Otto Kandziorra
1991 - 1994 Dieter Breuer
1994 - bis heute Wolfgang Moock
Sollten die einzelnen Jahreszahlen nicht stimmen, so sollten diese gegebenenfalls
handschriftlich geändert werden.
Es ist doch interessant, einmal einen Blick in die Geschichte des Männervereins zu
werfen, um herauszubekommen, in welchem Umfang und auf welche Weise sich Männer aus unserer Gemeinschaft - wie es in der Satzung heißt - an der Gestaltung
der Politik aus christlicher Verantwortung beteiligt und im öffentlichen Leben in
Gemeinde, Stadt und Kreis engagiert haben.
1948, vor der Kommunalwahl im Oktober, hatte der Bischof von Hildesheim ein Hirtenwort herausgegeben mit der Aufforderung an alle Katholiken, sich als
Kandidaten zur Verfügung zu stellen. Ich habe seinerzeit mit einigen Mitgliedern des
Männervereins einen Ortsverband der CDU in Munster gegründet. Bis dahin gab es
in Munster nur eine Außenstelle des Soltauer Ortsverbandes. Wir haben uns dann zur Wahl aufstellen lassen. Die CDU erhielt 10 Sitze von 17.
Darunter waren zwei - nämlich Herbert Klosa und Wilhelm Vorreiter - aus unserer Gemeinschaft.
In der Gemeinde Breloh wurden Gerhard Bernard und Emil Chwastek aus unserer Männergemeinschaft in den Gemeinderat gewählt. Emil Chwastek, ein Kapitän zur
See a. D., war deutscher Lagerkommandant im Lager Breloh. Nach der Auflösung
des Lagers blieb er in Breloh und war viele Jahre dort Bürgermeister. Breloh wurde
das Dorf der tausend Sorgen genannt.
Er sorgte dafür, in Verhandlungen mit dem Land Niedersachsen, dass ein Wohnungsbauprogramm beschlossen wurde. Das
Barackenlager wurde an Interessenten verkauft und eine neue Siedlung entstand. Emil Chwastek war auch im Kreistag und dort Fraktionsvorsitzender. Bei der
Kreistagswahl 1956 waren von den 5 gewählten Mitgliedern der CDU 4 katholisch und Mitglieder
der Vereine, nämlich Emil Chwastek, Herbert Klosa, Franz Kandziorra (alle drei aus Munster) und Walter Groß aus Soltau. Im damaligen Kreistag gab es
35 Abgeordnete. In den weiteren Legislaturperioden war ich einziges katholisches
Mitglied, auch nach der Zusammenlegung der Kreise Soltau und Fallingbostel mit 51
Kreistagsmitgliedern. Ich war insgesamt 28 Jahre Kreistagsabgeordneter.
1996 habe ich nicht kandidiert und jetzt gibt es meines Wissens keine katholischen
Abgeordneten mehr. Das ist entschieden zu wenig.
In der Gemeinde Munster, ab 1967 Stadt, gab es im Laufe der Legislaturperioden
eine Reihe von Mitgliedern der Katholischen Männergemeinschaft im Rat. Es wurden gewählt:
Herbert Klosa Dr. Albrecht Dieckvoss Wilhelm Vorreiter
Alois Müller Dr. Fritz Pyka
Dieter Breuer Dr. Gerhard Magin
Gerhard Bernard Gerhard Bernard
Otto Hechinger
Otto Hechinger Bodo Dieckvoss
Hans Petter
Otto Kandziorra
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Aus meiner 48jährigen Tätigkeit im kommunalen Bereich darf ich feststellen, dass alle
eben genannten Mitglieder der Räte wesentlichen Anteil an einer guten Atmosphäre
in den Räten und im Kreistag hatten. Sie haben dazu beigetragen, dass auch zwischen den Fraktionen im Rat ein gutes und sachliches Klima aufgebaut und
gepflegt wurde. Munster hat darin einen besonderen Ruf im Landkreis. Durch unsere
Anwesenheit und Tätigkeit, besonders in den Anfangsjahren, konnten wir die vorhandenen Vorurteile gegenüber Vertriebenen und Katholiken abbauen. Im
Anfang sagte man: die sind doppelt schwarz: katholisch und CDU, dazu auch noch
meist Vertriebene.
Dies hat sich schnell in Achtung und Anerkennung gewandelt.
Zwei Mitglieder unseres Männervereins waren darüber hinaus auch noch als Vorsitzende über lange Jahre bei der CDU engagiert und erfreuen sich noch heute
großer Wertschätzung. Es waren dies Dieter Breuer und Dr. Ludwig Schänzler.
Mein Aufruf an alle Mitglieder der Vereine und der Gemeinde lautet:
Stellen Sie sich so oft es geht zur Wahl, kandidieren Sie. Lassen Sie das bisherige gute Klima nicht
untergehen, wir haben auch im öffentlichen Leben eine Pflicht zu erfüllen. Unserem
Anteil nach müssten es viel mehr sein!
AUFBAUE DER BUNDESWEHR
Als letzten Punkt meiner Darstellung muss ich noch auf eine Besonderheit in unserer
Gemeinde hinweisen, die Militärseelsorge. 1956 begann auch in Munster der Aufbau
der Bundeswehr.
Munster sollte bald ein bedeutender Standort werden.
Am 16. März 1957 wurde ich durch den damaligen Wehrbereichsdekan Leo
Iwansky als
Pfarrhelfer eingestellt. Ich habe den Aufbau der Standorte Munster, Faßberg und
später Munster II viele Jahre allein tätigen müssen. Erst später kam ein zweiter
Pfarrhelfer hinzu. In meiner 27jährigen Tätigkeit habe ich 12 Militärpfarrer im
Standort Munster erlebt. Sie alle haben auch in der Zivilgemeinde segensreich gewirkt.
Durch Mithilfe des Bundes wurde die St. Michael-Kirche errichtet. Dazu gehörte ein
Zivilpfarrhaus und ein Militärpfarrhaus sowie ein Gemeindezentrum. Zwischen Zivil-
und Militärgemeinde entwickelte sich eine gute und einvernehmliche Zusammenarbeit. Durch die Nähe der beiden Pfarrhäuser war eine gegenseitige
Vertretung ständig gewährleistet, da die Pfarrhäuser nicht nur Dienst- sondern auch
Wohnräume hatten und von den jeweiligen Militärpfarrern bewohnt wurden. Auch die
Zusammenarbeit der jeweiligen Pfarrgemeinderäte hat gut geklappt. Es wurde ein
Pfarr- bzw. Katholikenkomitee für St. Michael gebildet. Diese Gemeinsamkeiten waren für die St. Michael-Gemeinde sehr segensreich und fruchtbar. Aufkommende
Irritationen waren nur von kurzer Dauer und konnten schnell gelöst werden. Es ging
allen immer um die Sache. Ich kann es am besten beurteilen, da ich mehr oder weniger jeden Tag im
Militärpfarrbüro anwesend war.
Durch den Priestermangel hat sich manches verändert. Drei Geistliche an einem Ort, das war wohl nicht aufrechtzuerhalten. Ob die folgenden Entscheidungen gut
waren, habe ich nicht zu beurteilen. Ich darf aber wohl meine Meinung sagen. Was
sich in der letzten Zeit entwickelt hat, finde ich nicht gut. Es ist auch sicher zum
Nachteil der Gemeinde. Das Bewährte hätte man in alter Form weiterführen sollen.
Aber darüber befinden eben andere Stellen. Für die bisherige gute Zusammenarbeit
zwischen Zivil- und Militärgemeinde bedeutete das alles einen herben Verlust.
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Um 1950 Der Männerverein tritt als Katholische Männergemeinschaft Munster dem Männerwerk der Diözese Hildesheim mit der jetzigen
Bezeichnung Verband Katholischer Männergemeinschaften, VKM, bei.
Die Männergemeinschaft, die zeitweise über 80 Mitglieder zählte, entwickelte sich zu einer wesentlichen Stütze der Kirchengemeinde
und des Gemeindelebens. Die Mitglieder standen nicht nur dem jeweiligen Pfarrer mit Rat und Tat zur Seite, sondern die
Gemeinschaft führte auch viele eigenständige Veranstaltungen durch, die der Gemeinde und den
Gemeindemitgliedern zu Gute kamen. Zu erwähnen sind insbesondere Ausflüge, Wallfahrten.
Tanzveranstaltungen, Pfarrfeste und andere Vorhaben unterschiedlichster Art. Die Männergemeinschaft pflegte enge
Kontakte zu benachbarten Männergemeinschaften insbesondere in Soltau und Bergen, engagierte sich auch in der Militärseelsorge und
war Motor in der ökumenischen Zusammenarbeit in Munster.
Die Männergemeinschaft erhält eine Fahne.
1960 In der Bahnhofstraße 27 wird die neue St. Michael-Kirche geweiht. Sie dient der Zivil- und der Militärgemeinde als
Gotteshaus. Auch die übrigen Gemeinderäume werden gemeinschaftlich genutzt. Für die Männergemeinschaft beginnt
eine sehr segensreiche Zeit, weil immer wieder junge Katholiken aus allen Gegenden Deutschlands nach Munster kommen, die
ihre Mitarbeit anbieten oder die Geborgenheit in der Gemeinschaft gern aufsuchen und
annehmen. Männergemeinschaft und Gemeinschaft Katholischer Soldaten. GKS, pflegen ein enges partnerschaftliches und
freundschaftliches Verhältnis zum Vorteil aller.
Unter dem Vorsitz von Klaus Kranich gedenkt die Männergemeinschaft ihres 25 Gründungstages.
Im Klappgarten wird der Katholische Kindergarten St. Michael in Betrieb genommen und eingeweiht Nach einer
1995 vorgenommenen Erweiterung werden in dieser Kindestagesstätte bei 120 genehmigten Plätzen regelmäßig um
die 180 Kinder im Alter von 3 Jahren an bis zur Einschulung
betreut. Der Kindergarten mit seinen erheblichen auch finanziellen Verpflichtungen ist Ausdruck des sozialen und
gesellschaftlichen Engagements der Kirchengemeinde in unserer Zeit und in unserer Kommune. der Stadt Munster.
30. und 31. August 1997
Unter Vorsitz von Georg Pfahl, der sich darüber hinaus insbesondere der
Caritasarbeit widmete und die überregionalen Kontakte und die Zusammenarbeit pflegte, beging die
Männergemeinschaft ihr 40. Gründungsfest.
Die Katholische Männergemeinschaft Ist Gastgeberin für den Diözesanmännertag. Das Hauptreferat im Soldatenheim hält
Generalleutnant Helge Harssen. Dieser Tag stellt zweifellos eines der bedeutendsten Ereignisse in der 50 jährigen
Geschichte der Gemeinschaft dar. Regelmäßig nehmen Männer aus der Örtlichen Gemeinschaften an den Diözesantagungen
oder Diözesanwallfahrten und auch an Veranstaltungen auf Bezirksebene teil Hier finde! jeweils ein fruchtbarer
Erfahrungsaus- tausch statt und die Teilnehmer gehen danach oft gestärkt und neu motiviert an die Arbeit.
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