GROßE LAZARETT -KIRCHE BIS 1946

 


 

"Von der englischen Besatzungsmacht wurden Gefangenenlager auf dem Platz Munster-Süd und in  Breloh eingerichtet. Alle vorhandenen Gebäude und Pferdeställe hatte man dafür genutzt.  Die Engländer haben außerdem viele Nissenhütten  aufgestellt. Es mussten etwa 40.000 Gefangene untergebracht  werden.  Information zum Hintergrund der Entwicklung in Munster findet sich bei    Wilhelm Wolter (1. Teil) oder in der   Festschrift "100 Jahre Soldaten in Munster" herausgegeben von der Stadt Munster, Soltau 1973 und den Akten des Staatsarchivs in Hannover 
- Lagerpläne der Briten .

Munster wurde außerdem zur Lazarettstadt erklärt. Viele Lazarettzüge mit verwundeten  und kranken Soldaten kamen hierher. Im Laufe der Zeit waren es ca. 8.000 Kranke und Verwundete, die in der heutigen Hindenburgkaserne betreut wurden.       Postanschrift:     Gerchel - Lindenstraße 10

Durch den Zuzug von vielen Vertriebenen stieg die Zahl der Einwohner in Munster auf ca. 9.000. - Hintergrundinformation nach Wolter (2. Teil)        
Auswirkungen der Vertriebenen auf das Bistum Hildesheim: http://www.bistum-hildesheim.de/start.html
-  Auswertung der Bistumsinformation

Meine Großmutter ist eine von den vielen Vertriebenen aus Schlesien.
- Authentisches Material zur Vertreibung meiner  Großmutter
  JANIAN (10a)

Meine Großmutter ist auch verrieben worden und hat vieles aufgeschrieben.
- Authentisches Material zur Vertreibung meiner Großmutter   BÜTOW (8a)

Interview mit einem Schlesier, der in Munster eine wichtige Rolle in Stadtverwaltung, Politik, katholischer Kirchengemeinde, Ökumene und Schule spielte und spielt.
- Dieter Breuer

Buch eines Munsteraners über die Vertreibung aus Pommern:
- Peter Fabian

Domkapitular Pohner aus Hildesheim hat uns im Mai 2004 gefirmt. 
Ihn haben wir nach seiner Vertreibungsgeschichte gefragt und folgende Antwort erhalten.
-  Domkapitular Pohner

Privatbesitz

Neben dem ehemaligen Wasserwerkes Munsters  wurde 1945  das "Katholische Lager- und Lazarettpfarramt"  eingerichtet. 

                                                                                                

Festschrift: 25 Jahre St. Michael, Munster 1960 - 1985,   Munster  1985, S.9                  Privatbesitz Thomas Großholz 

Im Obergeschoss hatte die evangelische  Lagerseelsorge ihre  Büroräume. Besetzt war die katholische Dienststelle zu Beginn mit:

Leiter Kriegspfarrer   Johannes Schweer  
Vikar  San-uffz.           Georg Jamitzki
1.Küster  Kriegsgef.   Hermann Kessel                         Helfer         Kgf                     Karl Frommher
1.Schreiber "               Herbert Klosa                             Helfer         Kgf                     Hans Chrobotzek    
Festvortrag von Herbert Klosa

50. Wiederkehr der Gründung der Katholischen Männergemeinschaft Munster          30. August 1997   

 

Aufgaben der Dienststelle:                                                                                                  
Betreuung der Kriegsgefangenen - Lager A - Z    
-   Hauptlazarett mit Teillazaretten     -    Gottesdienste

Man hat Geistliche unter den Kriegsgefangenen für die Arbeit in der Dienststelle gesucht.
-    Kriegsgefangene Seelsorger

Dabei mussten am Anfang fast alle Aktionen durch die englische Kommandantur genehmigt werden, 
z. B. für die Gottesdienstteilnahme katholischer Kriegsgefangener
-    Archivmaterial 

Die Bistümer suchen 1945 in Munster nach katholischen Geistlichen unter den Kriegsgefangenen. Dabei ist Kriegspfarrer Schweer eine große Hilfe.  Der Generalvikar bittet um Freilassung dieser Geistlichen. -    Archivmaterial

Auch der Bischof von Hildesheim schreibt persönlich an den Kriegspfarrer nach Munster, z. B. am 27. 11. 1945
  -Archivmaterial

Schon im Juli 1945 wurde auch Hochzeit gefeiert. Dazu siedelte der Bräutigam  nach Munster über.
-    Archivmaterial

Ein Protestant entsagte "den Irrtümern des Protestantismus" und wird durch die Taufe in die Katholische Kirche aufgenommen.
-     Archivmaterial

Auch die Exkommunikation spielte in der Seelsorge Munsters eine  Rolle.
-     Archivmaterial

Religiöses Schrifttum wird dem Kriegspfarrer von Dechant Garps aus Harsum angeboten, 
3000 Bibeln werden bestellt.
-     Archivmaterial

Brief aus Lüneburg im Dezember 1945
-     Archivmaterial

Auch um außergewöhnliche Anliegen musste sich die Dienststelle in Munsterlager kümmern. So fragt ein Stabsarzt nach, wie man Missionsarzt werden kann.
-    Archivmaterial

Der Caritasverband richtet einen Suchdienst ein. Den Caritasverband vor Ort leitet Herbert Klosa. 
Er organisiert Haussammlungen, die auch heute noch durchgeführt werden.
-    Archivmaterial

-    Dankesschreiben

-    Suchschreiben

Benachrichtigung der Angehörigen  
-    Archivmaterial      

 

25 Jahre St. Michael, Munster 1960 - 1985,  Munster 1985, S.9

Im Gebäude gegenüber  dem Wasserturm (in alten Karten als "Theatergebäude" gekennzeichnet) befindet sich die Lazarettkirche. Als Kirche diente eine ehemalige Reithalle an der Lagerbahn.  

Wir sehen hier die für das Weihnachtsfest 1945 vorbereitete Kirche. Zum  Dankgottesdienst wurden Kriegsgefangene und Zivilisten  von  englischen  Soldaten geschlossen von der Soltauerstraße hereingeführt.

Von Kriegsgefangenen eingerichtet mit einem schönen Altar - Kanzel und vielen stabilen Bänken.    
Archivmaterial zu den Bänken

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25 Jahre St. Michael, Munster 1960 - 1985,  Munster 1985, S. 11

Den Altar schmückt eine aus Ton bestehende Christkönigsfigur.
Archivmaterial zur Christkönigsfigur

-           Redemptoristenpater, Wilhelm Lückerath, blieb bis zur Nachfolgeregelung in Munster.  
            Aber gerade wegen der Bemühungen von Herbert Klosa konnten statt dessen zwei Kirchen        
            eingerichtet werden: 

-    Lazarettkirche (ehemaliger Hafenschuppen neben der Knochenhauerkaserne)                2.2

-    Kleine Lagerkirche (ehemaliger Pistolenschießstand am ehemaligen Soldatenheim 
     in der Nähe des Lagereinganges an der Soltauer Straße)                                                     2.3