Der Bahnhof Stuhr: Baudenkmal und Gedenkstätte

Das Stuhrer Bahnhofsgebäude wurde im Jahr 1908 mit einem großen Fest eröffnet. Es ist ein Bauwerk des Architekten Hugo Wagner.

Mit der Station Stuhr wurde auch die Bahnlinie Bremen - Thedinghausen festlich eingeweiht. Sie war der Reichsbahn unterstellt und erhielt im Jahre 1915 beidseitigen Anschluss an die Reichsbahn.

 

Im 2.Weltkrieg ist die Bahnlinie und auch der Bahnhof Stuhr weit gehend unversehrt geblieben. Daher erhielt die Strecke der Kleinbahn Bremen - Thedinghausen in den Kriegsjahren für die Reise nach und die Versorgung von Bremen eine stärkere Bedeutung. Sie übernahm, nach der Zerstörung der Eisenbahnbrücke bei Dreye, Aufgaben der Reichsbahn.

 

So bat im September 1944 der Reichsverteidigungskommissar Weser-Ems die Reichsbahndirektion Hannover um ausreichend Personenwagen zum Transport von 800 weiblichen Häftlingen von Obernheide nach Bremen-Neustadt.

 

Das bedeutete für die Kleinbahn Thedinghausen, Frauen aus dem KZ in Obernheide vom Bahnhof Stuhr aus nach Bremen-Neustadt zu transportieren. Dort wurden die Frauen dazu gezwungen, Aufräum-Arbeiten zu verrichten.

 

Nichts erinnert zurzeit an die historische Bedeutung der Bahnstation Stuhr und ihres Stationsgebäudes.

 

Gegenwärtig wird das Stationsgebäude vom Ortsverband der FDP genutzt. Dazu Jürgen Timm (FDP-Ortsverband Stuhr) am 29. November 2004: "Der Bahnhof Stuhr steht seit 1973 (teilweise) bis heute unter Mietvertrag als Bürogebäude des FDP-Ortsverbandes Stuhr. Seit 2004 betreuen die Jungen Liberalen den Bahnhof und haben ihn entsprechend ihren Vorstellungen eingerichtet". Jürgen Timm regte an: "Vielleicht könnte man sich ja auch einmal über eine Gedenkplakette am Bahnhof oder auf dem Gelände Gedanken machen."

 

(Stand: 30.11.2004)

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