Was geschah in den Emslandlagern?

Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b der Grundschule Friedrichsfehn stellen Fragen zur Gedenkstätte Esterwegen und zu den Emslandlagern





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Moorsoldaten
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Wie das Lied von den Moorsoldaten entstand
Im Jahre 1933 wurden im Konzen-
trationslager Börgermoor in einer Nacht die Gefangenen von den SS-Wachen brutal verprügelt. Die Gefangenen wollten etwas für ihre eigene Ehre nach der "Nacht der langen Latten" tun.

Sie wollten an einem Sonntag den Wachen zeigen, dass sie nicht den Lebensmut verloren hatten und planten eine Kulturveranstaltung, den "Zirkus Konzentrazani". Für diese Vorführung entstand das Lied "Die Moorsoldaten".

Am Schluss der Vorstellung erklang das Lied zum ersten Mal.
Julia

Die Häftlinge in den Emslandlagern nannten sich selbst "Moorsoldaten" wegen ihrer grau-grünen Uniform mit Rekrutenkappen.

Der Text ist anschaulich und gut nachvollziehbar. Die Situation der Gefangenen wird in den einzelnen Strophen dargestellt. Die unmenschliche Behandlung und Unterbringung wird in den einzelnen Strophen zum Teil nicht direkt beschrieben, es gibt viele Verschlüsselungen. Dies trifft z. B. für das Wort "Moorsoldaten" zu und für den Satz der letzten Strophe "Ewig kann's nicht Winter sein". Aufgrund dieses Satzes wurde das Singen des Liedes zwei Tage nach der ersten Aufführung verboten.

Lena Melina

Trotzdem gelang es den Häftlingen, das Lied aus dem Lager herauszuschmuggeln. Es wurde in alle Konzentrationslager Deutschlands weiter gegeben. Es ist eines der bekanntesten Lieder aus dem Widerstand.

Texter des Liedes "Wir sind die Moorsoldaten" waren der Bergmann Johann Esser und der Schauspieler und Regisseur Wolfgang Langhoff. Komponist des Liedes war der kaufmännische Angestellte Rudi Goguel.


Auszug aus dem Hafttagebuch von Rudi Goguel, dem Komponisten des Moorsoldaten-Liedes:
"Meine Kameraden erreichten, dass ich für drei Tage mit einer simulierten Verletzung in das Revier eingeliefert wurde, und dort habe ich nächtlich auf eingeschmuggeltem Papier dann einen vierstimmigen Satz geschrieben, der späterhin, als ich wieder herauskam, illegal im Waschraum einer Baracke einstudiert wurde. Und zwar suchte ich mir 16 Sänger eines Solinger Männergesangsvereins, der geschlossen bei uns inhaftiert war, mit denen ich das Lied einstudiert habe. Auf der Veranstaltung war das Lied die letzte Nummer, und schon bei der ersten Strophe merkten wir, welche Wirkung es ausstrahlte."


Das Lied der Moorsoldaten

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b haben das Lied der Moorsoldaten gehört und etwas über die Entstehungsgeschichte des Liedes erfahren. Im Unterrichtsgespräch wurden die einzelnen Strophen interpretiert. Danach haben die Kinder das, was die Strophen aussagen, mit eigenen Worten aufgeschrieben. Hier sind einige Beispiele:


Hanna und Melina Janne

Henrik Nathalie
Im Kunstunterricht wurde anschließend jede einzelne Strophe bildlich dargestellt. Die Kinder haben auch versucht, die verschlüsselten Aussagen künstlerisch hervorzuheben. So wurde z. B. die Zeile in der letzten Stophe "ewig kannīs nicht Winter sein" so dargestellt, dass ein Moorsoldat auf seine Heimatstadt in der Ferne zeigt, die vor der aufgehenden Sonne zu sehen ist.

Im Musikunterricht wurde das Lied von den Kindern der Klasse 3b gesungen.
1. Strophe anhören   herunterladen Gesamtes Lied herunterladen
(mp3-Datei ca. 2,8 MB)

Die Moorsoldaten (Text: Johann Esser/Wolfgang Langhoff, Melodie: Rudi Goguel)
(Zur Vergrößerung bitte auf die kleinen Bilder klicken.)


1.
Wohin auch das Auge blicket,
Moor und Heide nur ringsum.
Vogelsang uns nie erquicket,
Eichen stehen kahl und krumm.
Wir sind die Moorsoldaten
und ziehen mit dem Spaten ins Moor.
Kristin Miro


2.
Hier in dieser öden Heide
ist das Lager aufgebaut,
wo wir fern von jeder Freude
hinter Stacheldraht verstaut.
wir sind die Moorsoldaten
und ziehen mit dem Spaten ins Moor.
Henrike Nike


3.
Morgens ziehen die Kolonnen
in das Moor zur Arbeit hin,
graben bei dem Brand der Sonnen,
doch zur Heimat steht ihr Sinn.
Wir sind die Moorsoldaten
und ziehen mit dem Spaten ins Moor.
Miro Tom


4.
Heimwärts, heimwärts! Jeder sehnet
sich nach Eltern, Weib und Kind.
Manche Brust ein Seufzer dehnet,
weil wir hier gefangen sind.
Wir sind die Moorsoldaten
und ziehen mit dem Spaten ins Moor.
Robert Moritz


5.
Auf und nieder gehn die Posten,
keiner, keiner kann hindurch.
Flucht wird nur das Leben kosten.
Vierfach ist umzäunt die Burg.
Wir sind die Moorsoldaten
und ziehen mit dem Spaten ins Moor.
Sven H. Hanna


6.
Doch für uns gibt es kein Klagen.
Ewig kannīs nicht Winter sein.
Einmal werden froh wir sagen:
Heimat , du bist wieder mein!
Dann ziehn die Moorsoldaten
nicht mehr mit dem Spaten ins Moor.
Jana Janne