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Schloss Fallersleben (Geschichte)

 

Der Platz, auf dem heute das Schloss Fallersleben steht, soll einmal ein altgermanischer Herrensitz gewesen sein, aus dem später ein festes Haus, eine Veste, wurde.

Im Jahr 1137 verkauften die Herzöge Otto und Wilhelm von Braunschweig und Lüneburg den Ort Fallersleben mit der dortigen Burg und dem Gerichtsstuhl an die Grafen von Wohldenberg, die bis ins 14. Jahrhundert Eigentümer blieben.

Ein „Slot“ (Schloss) wurde im Jahre 1337 erstmals erwähnt.

Im Jahr 1381 wurden die Slote Gifhorn und Fallersleben von den Herzogen zu Braunschweig und Lüneburg verpfändet. 1390 gelobte der Herzog Friedrich den Braunschweigern, die Schlösser Gifhorn und Fallersleben wieder einzulösen. Mehrere Besitzerwechsel gab es, bis das Schloss Fallersleben vom Herzogshaus endlich wieder eingelöst wurde und schließlich als Erbgut der Celler Linie zufiel.

Während der Hildesheimer Stiftsfehde wurden Fallersleben sowie das Schloss Fallersleben weitgehend zerstört (1519).

Herzog Ernst der Bekenner überließ seinem Bruder Franz als Entschädigung für dessen Verzicht auf die Mitregentschaft in Celle die Ämter Gifhorn und Fallersleben. Herzog Franz von Braunschweig und Lüneburg ließ in Gifhorn ein stattliches Schloss errichten und begann bald danach mit dem Bau des Fallersleber Schlosses; es entstand in den Jahren 1520-1551 auf der Vorgänger-Anlage.

Herzog Franz verstarb im Alter von 41 Jahren an Wund-Brand. Seine Gemahlin, die Herzogin Clara von Braunschweig und Lüneburg, erhielt das Schloss Fallersleben als Witwensitz. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1549 siedelte sie mit ihren beiden Töchtern Katharina und Clara und ihrem Hof-Staat vom Schloss Gifhorn in das Schloss Fallersleben über. Hier lebte sie über 30 Jahre. Sie kümmerte sich nicht nur um ihren Hof-Staat und ihre Kinder, sondern auch das geistige und leibliche Wohl ihrer Untertanen. Für Bier, das zur Heilung eingesetzt wurde, entwickelte sie selbst Rezepturen. 1573 erliess sie eine Markt-Ordnung; eine Münzordnung gab es bereit seit 1555. Der Flecken Fallersleben entwickelte sich in dieser Zeit wirtschaftlich hervorragend.

Der Schlosshof um 1800

Die Herzogin ließ das Schloss Fallersleben erweitern und mehrfach umbauen. Es wurde mit einem 11,5 m breiten und ca. 5 m tiefen Wassergraben umgeben. In der Nachbarschaft entstanden Ställe, Scheunen, u.a. ein Amtsgebäude, eine Brauerei und eine Brennerei, und Wohnraum für Bedienstete.

Die Herzogin Clara starb im Jahr 1576 in Barth in Pommern beim Besuch ihrer dort lebenden Tochter. Fallersleben erhielt innerhalb des Fürstentums Lüneburg die Funktion eines Amtes. Zum Amt Fallersleben gehörten 17 Dörfer und 7 einstellige Höfe sowie der Ort Fallersleben als Amtssitz. Das Amt war in zwei Gogrefenschaften Grevenlah und Hasenwinkel unterteilt.

Der 30jährige Krieg, der von 1616-1648 dauerte, machte der positiven Entwicklung ein Ende. Fallersleben und das Schloss fielen „in Schutt und Asche.

1660 wurde das Schloss Sitz des ersten Beamten (Amtshauptmann, Drost).

Im Jahre 1787  wurde der Hauptzugang vom Hof an die Süd-West-Seite verlegt, auch der Wassergraben wurde zugeschüttet.

In der Zeit, in der Heinrich Hoffmann in Fallersleben aufwuchs (ca. 1810) gehörte Fallersleben zum Königsreich Westfalen, das nach den Siegen von Napoleon von dessen Bruder Jerome regiert wurde. Es ist zu vermuten, dass das Schloss zu dieser Zeit von französischen Soldaten bewohnt wurde.

Das Schloss war später Eigentum des Finanzministeriums; ein Teil wurde als Amtsgericht genutzt. 1896 wurde es Eigentum der Stadt Fallersleben und diente überwiegend Büro.- zwecken der Gemeindeverwaltung; Die Stadt Wolfsburg wurde 1972 aufgrund der Niedersächsischen Gebiets- und Verwaltungsreform Eigentümerin. Nach 1945 (Ende des 2. Weltkriegs) wurden viele Räume als Wohnung genutzt.

Nach einer umfangreichen Restaurierung und Sanierung wurde 1991 im Schloss das Hoffmann von Fallersleben-Museum zur Geschichte deutscher Dichtung und Demokratie im 19. Jahrhundert wiedereröffnet.

August Heinrich Hoffmann
von Fallersleben

Büste am Eingang zum Museum

Außerdem gibt es im Schloss  repräsentative Räume für Veranstaltungen, ein Trauzimmer und Bilder von Franz Hoffmann.

In den Jahren 2001-2003  wurden am Schloss die Außenanlagen umgestaltet. Dabei konnten von den Archäologen mehrere Kellerräume des nicht mehr vorhandenen Schloss-Gebäudes nachgewiesen werden. Es handelt sich dabei um unterschiedlich ausgerichtete Tonnengewölbe, die durch Treppen und Türen miteinander verbunden sind. Durch ein Sichtfenster wäre es möglich, das Umfeld des Fallersleber Wasserschlosses aufzuwerten und die historischen Strukturen erlebbar zu machen. Auch ein Abschnitt des ehemaligen Wassergrabens wurde freigelegt und rekonstruiert. Die Realisierung des Sichtfensters steht noch aus. Inzwischen sammeln Vereine und Bürger/innen Geld für diese Maßnahme.

Dieser Text wurde uns von  Frau Bärbel Weist zur Verfügung gestellt

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