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Sprache und Redewendungen im Mittelalter


Die wirklich gesprochene Sprache im Mittelalter würde heute kein Mensch mehr verstehen! Es ist keine gesprochene Sprache aus dieser Zeit erhalten.

Doch Schriftstücke gibt es noch:

Fater unser, thu thar bist in himile,
si giheiliagot thin namo...

Das ist der Anfang des "Vater unsers"!

Eines war aber überall gleich, man antwortete immer in der Sprache, in der man angesprochen wurde.

Sprach jemand englischer, so antwortete man in derselben Sprache!
So geschah es auch in Latein und der Marktsprache! ( ... sofern man diese Sprachen sprechen konnte)

 


Aus dieser Zeit sind uns viele Redewendungen bekannt, die wir heute noch benutzen.
Hier sind einige Beispiele, die erklären, wie sie entstanden sind.

Der "Bürger" war jemand, der in der Nähe einer Burg wohnte.
 

Etwas auf die lange Bank schieben" (etwas immer wieder hinauszögern):

Früher waren in den Sälen kurze Bänke in der Mitte des Raumes aufgestellt. Auf der Seite stand eine lange Bank. Diejenigen, die sich bei der Versammlung über irgendetwas nicht einig wurden, mussten sich auf die lange Bank setzen und nach Beendigung der Versammlung solange bleiben, bis eine Lösung gefunden war.
 

 "Schwein gehabt" (Glück haben):

Bei den mittelalterlichen Spielen bekam der letzte Ritter eines Turniers als Trostpreis eine Sau geschenkt. Ein Schwein war damals sehr wertvoll. Deshalb sagt man auch heute noch zu jemandem, wenn er unerwartetes Glück hat: "Schwein gehabt".
 

 "Jemandem einen Korb geben" (etwas ablehnen):

War ein Freier unerwünscht, wurde ein Korb mit lockerem Boden aus dem Fenster hinunter gelassen. Der Boden brach dann unter dem Gewicht des Freiers, der in den Korb gestiegen war, durch.
 

 "Moos haben" (Geld haben, reich sein):

Moos, für Geld, geht auf das Wort "Münze", der hebräischen Sprache, zurück. Zuerst wurde diese Redewendung nur von Gaunern und Räubern verwendet. Später wurde der Ausspruch in die Studentensprache übernommen.
 

 Einen Zahn zulegen" (etwas schneller tun):

In den Burgküchen hingen die großen Töpfe an gezackten Eisenschienen, mit denen die Höhe der Töpfe über dem Feuer reguliert werden konnte. Wenn man also früher einen Zahn zulegte hieß das, den Topf näher ans Feuer zu hängen, um die Speisen schneller kochen zu können.
 

 "Der Bissen bleibt jemandem im Halse stecken" (vor Schreck verstummen):

Früher legte man einem Verurteilten einen trockenen Bissen Brot in den Mund. Den sollte er schlucken ohne zu kauen. Blieb der Bissen im Hals stecken, dann war der Angeklagte schuldig. "Gottesurteile", wie man diese Urteile nannte, gab es bis ins 15. Jahrhundert.
 

In den sauren Apfel beißen müssen" (etwas Unangenehmes tun müssen)
 

 Mit jemandem Katz und Maus spielen" (jemanden im Unklaren lassen):

Dies bezieht sich auf das Spiel der Katze mit der Maus. Die Katze ist stärker als die Maus, trotzdem lässt die Katze die Maus scheinbar entkommen, um sie dann doch zu töten.
 

 Vor Neid platzen" (etwas haben wollen, das jemand anderem gehört):

Diese Redewendung geht auf eine Fabel zurück, in welcher sich ein eitler Frosch mit einem Ochsen messen wollte. Der Frosch blies sich auf, bis er platzte.

Unser Kommentar:
Wir werden nichts auf die lange Bank schieben. In der Schule werden wir im neuen Schuljahr einen Zahn zulegen, damit wir am Ende der Schulzeit nicht in den sauren Apfel beißen müssen. Wir wollen Moos haben.

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