Die Stadt und ihre Bewohner
Viele
Kaufleute waren im Laufe der Zeit sehr reich geworden und wollten ihre Städte
selbst regieren und nicht mehr vom Stadtherrn oder -vogt abhängig sein. In
manchen Städten erkauften sie sich bestimmte Rechte und Freiheiten, in anderen
verjagten sie einfach den Stadtherren. Nach und nach erlangten die Städte ihre
Selbständigkeit.
Die
„Patrizier", wie die reichen Kaufleute genannt wurden, stellten nun die
Regierung der Stadt und wählten Bürgermeister, Ratsherren und die Schöffen.
Alles städtische Leben war durch Vorschriften
des Rates geregelt; Markt und Handel, Löhne und Preise, Feste und Feiern, Mode
und Kleidung, ja sogar Essen und Trinken der Bürger.
Starken
Anteil an der Stadtbevölkerung hatten die Handwerksmeister, Meist arbeiteten sie
alleine mit einem Gesellen und Lehrlingen in ihrer Werkstatt. Die Meister eines
Berufes schlössen sich zu „Zünften" zusammen. Sie wohnten häufig in einer
Straße, der „Weberstraße" oder der „Töpfergasse". Die Zünfte regelten vor allem
ihre beruflichen Angelegenheiten.
Kaufleute und Handwerker waren die beiden wichtigsten Gruppen der
Stadtbevölkerung.
Bauern
Während des Spätmittelalters herrschte eine Zeitlang eine krisenhafte,
teilweise gar apokalyptische Stimmung, die die Menschen beherrschte. Ursachen
waren Missernten, Hungersnöte, Pestepidemien und die Krise des Papsttums. Daraus
ergaben sich Judenverfolgung und Aufstände in Städten und unter den Bauern.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tmittelalter
Die Bauern im Mittelalter trugen alle kurzes Haar, da lange
Haare ein Zeichen von Adel war. Sie hatten sogar eine Kleiderordnung.
Eine
Bäuerliche Kleiderordnung aus der Zeit um 1150:
Dem Bauern ist nach dem Recht nur Schwarz oder
Grau zu tragen erlaubt. Verzierungen des Gewandes darf er nur an der Seite
tragen; rindlederne Schuhe sind genug. Für das Hemd sieben Elen und für die
Kniehose Tuch aus Tupfen (=grobes Leinen). An den Sonntagen soll er zur Kirche
gehen. Doch darf er nur einen Stecken in der Hand tragen. Kommt er mit einem
Schwert, soll man ihn gebunden an den Kirchzaun führen, ihm dort den Hut
wegnehmen und das Haar abschneiden. Wenn er angegriffen wird, darf er sich nur
mit einem Krückenstock verteidigen.
(Zitiert nach Schmid,
Fragen an die Geschichte, Bd.2)
Das Leben der Unfreien
wurde weitgehend vom Herrenhof bestimmt. Der Herrenhof konnte eine Burg, ein
Kloster oder einfach nur eine befestigte Anlage sein.
Der Bauer musste dorthin
Abgaben und Frondienst leisten. Als Gegenleistung konnte er dort
Streitigkeiten schlichten lassen und der Hof bot seiner Familie Schutz vor
feindlichen Angriffen.

Die Dorfgemeinde:
Dort erfolgte die
Einteilung der Jahresarbeit. Die Dorfgenossenschaft entschied über Aussaat und
Brache, die Termine für den Beginn des Pflügens und das Einbringen der Ernte.
Auch die gemeinsame Nutzung von Wald und Weideland war zu regeln, dazu kam als
wichtigste Aufgabe die Instandhaltung von Wegen und Brücken. All dies führte
dazu, dass sich im Laufe der Zeit ein gewisses Maß an Selbstverwaltung der
Bauern entwickelte.
Haus und Familie des
Bauern
Die Grundlage der
bäuerlichen Wirtschaftform bildeten das Haus und die Familie.