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Antrag zur Benennung des "Kurt-Albrecht-Wegs" |
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(An die Stadt Osterholz-Scharmbeck an den Bürgermeister Martin Wagener)
Antrag auf Sanierung eines Weges und Benennung als „Kurt-Albrecht-Weg“ Sehr geehrter Herr Bürgermeister, wir, der Geschichtskurs des 12. Jahrgangs der Fachgymnasien an den BBS Osterholz-Scharmbeck, haben im Rahmen eines Projektes das Schicksal von Deserteuren im Zweiten Weltkrieg behandelt. In Osterholz-Scharmbeck wurde am 28. April 1945 der erst 17-jährige Deserteur Kurt Albrecht hingerichtet. Über sein Schicksal wird sowohl in der Broschüre „Stationen der Geschichte des 20. Jahrhunderts in Osterholz-Scharmbeck“ als auch in der Ausgabe des Osterholzer Kreisblatts vom 28.04.2005 berichtet. Am 60-jährigen Jahrestag der Hinrichtung haben wir eine Gedenkveranstaltung zu Ehren Kurt Albrechts in unserer Schule durchgeführt. Dazu war Ludwig Baumann, der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Opfer der NS-Militärjustiz, als Zeitzeuge und Ehrengast eingeladen. Als offizieller Vertreter der Stadt Osterholz-Scharmbeck nahm der stellvertretende Bürgermeister Klaus Sass teil. Kurt Albrecht zu Ehren möchten wir den Weg entlang den Bahnschienen (siehe Anhang Karte) nach ihm benennen. Diese Idee findet unter den Schülerinnen und Schülern unserer Schule großen Anklang. Dies haben Umfragen und Unterschriftensammlungen, die wir in mehreren Klassen durchgeführt haben, bestätigt. Auch Herr Sass hat während der Gedenkveranstaltung seine Unterstützung zugesagt. Der Weg wird u.a. von allen Schülerinnen und Schülern genutzt, die mit dem Zug oder dem Bus bis zum Bahnhof fahren und von dort zur Schule gehen. Des Weiteren wird er genutzt, um vom Neubau in die Zweigstelle und zurück zu gelangen. Die angespannte Raumsituation erfordert einen häufigen Wechsel zwischen den beiden Schulstandorten. Laut Umfrage in unserer Schule nutzen mehrere hundert Schülerinnen und Schüler den Weg täglich. Der „Kurt-Albrecht-Weg“ würde eine ständige Erinnerung an das Schicksal des jungen Deserteurs sein. Die Namensgebung wäre zudem ein Beitrag zur politischen Aufklärung, denn Jugendliche in unserem Alter können sich gut in Kurt Albrecht hineindenken. Seine Verurteilung und Hinrichtung ist ein abschreckendes Beispiel für die Unmenschlichkeit des NS-Regimes, das sich unmittelbar an unserem Schulort abgespielt hat. Doch bevor der Weg nach einem Opfer des Nationalsozialismus benannt werden kann, muss er in einen besseren Zustand versetzt werden, da sonst die Benennung entwürdigend wirken würde. Außerdem ist der viel genutzte Weg in einem schlechten Zustand und bei Regenwetter kaum passierbar. Wenn die Sanierung und die Benennung genehmigt werden würden, wäre Osterholz-Scharmbeck die erste Stadt in Deutschland, die einen Weg nach einem Deserteur benennt. Darauf könnten ihre Bürgerinnen und Bürger stolz sein. Wir hoffen, dass die Stadt Osterholz-Scharmbeck unserem Antrag stattgibt.
Mit freundlichen Grüßen Die Teilnehmer des Geschichtskurses |