Alfred Andersch

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DANKSAGUNGEN

 

In seinem 1952 erschienenen autobiografischen Roman  „Die Kirschen der Freiheit“ schildert der Schriftsteller Alfred Andersch einige Szenen aus seinem Leben. Der Bericht umfasst die Zeitspanne von 1919-1944.

Alfred Andersch wurde am 4. Februar 1914 als Sohn eines Offiziers in München geboren. Der Vater war erzkonservativ und sympathisierte mit dem Nazi – Regime. Andersch beschreibt ihn als einen gescheiterten und gebrochenen Mann, nachdem er verwundet aus dem 1. Weltkrieg zurückgekehrt war. Der Sohn folgte jedoch nicht dem Weg seines Vaters, sondern trat 1930,  als er 16 Jahre alt war, in den Kommunistischen  Jugendverband Deutschlands ein und betätigte sich dort aktiv als  Funktionär. 1933 wurde er festgenommen und für sechs Monate im Konzentrationslager Dachau eingesperrt.

Andersch war ein entschiedener Kriegsgegner und versuchte dem Kriegsschauplatz fern zu bleiben. Den militärischen Behörden legte er medizinische Gutachten vor, um als untauglich eingestuft zu werden. Seine Bemühungen scheiterten jedoch und er wurde 1940 eingezogen und an die Kampffront beordert.

Als Soldat an der Südfront (Italien) reifte bei ihm der Gedanke, aus der Wehrmacht zu desertieren. Er vollzog diesen Schritt am 6. Juni 1944 bei Vitero, etwa 60 Kilometer nördlich von Rom. Alfred Andersch beschreibt seine Desertion als angstbesetzt, doch er wollte nicht länger dem Krieg dienen und entschloss sich trotz seiner Angst, diesen entscheidenden Schritt zu wagen, was er nicht bereute. Ihm war seine Freiheit sehr wichtig und er brachte den Mut auf , sie sich zu nehmen. Für Andersch war es sehr wichtig mutig zu sein, schließlich ist Fahnenflucht ohne Mut dazu unmöglich. Alfred Andersch trat für die Selbstbestimmung des Menschen auch unter widrigsten Umständen ein, also auch im Zweiten Weltkrieg.

Als er im Alter von 38 Jahren „Die Kirschen der Freiheit“ veröffentlichte, wurde er mit diesem Buch schlagartig bekannt. Er brach damit das Tabu der Fahnenflucht. Er gab zu, desertiert zu sein und bekannt, dass er die Ehre des Deserteurs über die des Soldaten stelle.

Nach seiner Desertion an der italienischen Front wurde er von den Amerikanern gefangen genommen. Zwischen 1945 und 1946 arbeitete er als Redaktionsassistent der Münchener Neuen Zeitung. Von 1946 bis 1947 gab er zusammen mit Hans Werner Richter die Zeitschrift Der Ruf heraus. 1948 gründete und leitete er das Abendstudio des Senders Frankfurt. Als Gründungsmitglied der Gruppe 47 und Rundfunkredakteur trug er mit dazu bei, der deutschen Nachkriegsliteratur ein breites Forum zu verschaffen. Jedoch wechselte er vom Sender Frankfurt zum Süddeutschen Rundfunk. 1958 entschied sich Andersch in die Schweiz zu überzusiedeln. Er starb am 21. Februar 1980 in Berzona bei Locarno.

 

Zum 25. Todestag von Alfred Andersch am 21. Februar 2005 hat der Verlag Diogenes erstmals eine kommentierte Werkausgabe mit sämtlichen Büchern des Schriftstellers vorgelegt. Diese zehn Bände umfassen neben Romanen, Essays und Erzählungen auch Texte, die zum Teil aus Anderschs Nachlass stammen und von denen viele erstmals veröffentlicht werden. 

Bilder

 

Das Buch „Die Kirschen der Freiheit“                   

                                 

 

Der Autor Alfred Andersch

 

 

Quelle: Andersch

 

Stefanie Miller, Sina Prasske, Daniela Ringen und Annkatrin Walter