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Antrag wird bewilligt |
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OSTERHOLZ-SCHARMBECK. Der Geschichtskursus der zwölften Jahrgangsstufe der Berufsbildenden Schulen Osterholz-Scharmbeck (BBS) gedachte im April der Hinrichtung des Deserteurs Kurt Albrecht (wir berichteten). Die angehenden Abiturienten hatten im Zuge ihrer Recherchen die Idee, einen Weg sanieren und nach dem getöteten Jugendlichen benennen zu lassen. Jetzt wird der auserkorene Pfad zwar auf Vordermann gebracht. Eine Widmung ist damit aber noch nicht gewiss. Die Schüler der BBS mögen gestern Morgen bereits einen ersten Erfolg gewittert haben: Auf dem Schotterweg entlang der Bahnschienen waren Mitarbeiter der Stadt dabei, die überwuchernden Büsche zurück zuschneiden und die Grasnarbe zu trimmen. Heute wird der unbenannte Pfad noch begradigt und mit Schlackefüllungen ausgebessert. Ist das schon der erste Schritt zum „Kurt-Albrecht-Weg“? Nein, sagte Jörg Fanelli-Falcke auf Anfrage. Der Stadtbaurat klärte auf: Die Sanierung sei schon vor Bekannt werden des Deserteur-Schicksals turnusgemäß geplant gewesen. Jetzt sei diese lediglich vorgezogen worden, um den Schüler-Gedanken aufzugreifen. „Das ist eine ganz normale Unterhaltungsmaßnahme“, sagte Fanelli-Falcke. Er betonte: „Die Verwaltung greift damit keiner Sache vor.“ Die gemeinte „Sache“ ist die Benennung des Fußweges. Sie wird Thema im nächsten Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung. Am Dienstag, 21. Juni, beraten die Mandatsträger ab 16 Uhr darüber, ob der zumeist von Schülern benutzte Fußweg Kurt Albrecht gewidmet werden soll. Der Tagesordnungspunkt verspricht eine schwierige und spannende Diskussion: Lässt ein Deserteur, selbst wenn er vor der Hakenkreuzfahne flüchtete, letztlich nicht seine Kameraden im Stich und verdient er dafür eine Ehrung? Oder sollte ihm ein Denkmal gesetzt werden, gerade weil er nicht mehr der braunen Diktatur dienen wollte? Würde der Weg Kurt Albrecht gewidmet, es wäre die erste nach einem Deserteur benannte Straße in Deutschland, hatte Ludwig Baumann während der BBS-Gedenkfeier gesagt. Er ist Vorsitzender der Vereinigung „Opfer der NS-Militärjustiz“. Von unserem Mitarbeiter Christian Läßig
Osterholzer Kreisblatt v. 29.05.2005 |