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Walter Hundt jr. |
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Walter Hundt jr. wurde am 14. Januar 1928 in Ohlenstedt (Kreis Osterholz) geboren und wuchs auf einem Hof auf. Im Jahre 1934 kam Walter zur einklassigen Schule des Dorfes, welche er im März 1942 erfolgreich abschloss. 1941 wurden sein älterer Bruder und sein Vater zur Wehrmacht einberufen. März 1945 erhielt auch Walter jr. einen Einberufungsbefehl. Er musste sich sofort zu einer Panzervernichtungsbrigade nach Teupitz auf den Weg machen. Der Ort liegt südlich in der Nähe Berlins. Zur gleichen Zeit bekam sein Freund Fritz Cordes den gleichen Befehl. Als sie am Zielbahnhof ankamen, herrschte ein großes Durcheinander wegen der Jagdbomberangriffe auf die Züge. Sie verbrachten daher ihre Nacht auf einer Bank. Am nächsten Morgen marschierten sie zu dem vorgegebenen Sammelpunkt. Die russische Armee war bereits über die Oder vorgestoßen, und die Front rückte immer weiter auf Berlin zu. Als Walter und Fritz am Lager ankamen, meldeten sie sich zwar sofort, aber die Fahrtausweise behielten sie für den Notfall. Sie erfuhren, dass sie sich schon in den nächsten Tagen mit nur einer Panzerfaust bewaffnet den anrückenden russischen Panzern entgegenstellen sollten. Ihre Überlebenschance war sehr gering. Sie überlegten nicht lange und verließen schnellstens am Morgen das Lager und gingen zu Fuß zum Teupitzer Bahnhof. Sie wussten ganz genau, dass auf Desertieren die Todesstrafe folgte, falls man sie erwischte, doch um zu überleben wagten sie es trotzdem. Im Bahnhof fuhr ein Zug Richtung Berlin ein. Sie hofften nicht kontrolliert zu werden und so traf es auch ein. Als sie am Lehrter Bahnhof angekommen waren, huschten sie ungesehen in den Militärzug nach Hamburg. Sie setzten sich in eine Ecke des Zuges und deckten sich mit einem Offiziersmantel zu, den Walter jr. von seinem Vater hatte. Sie stellten sich schlafend. Man ließ sie schlafen, da man sie für Angehörige der Wehrmacht hielt. In Hamburg angekommen, fand Fritz einen Zug, der nach Bremen fuhr. Es war zum Glück ein überfüllter ziviler Zug, in dem sie nicht mit Militärkontrolle zu rechnen brauchten. Als sie im Bremer Hauptbahnhof ankamen, herrschte Fliegeralarm, sie mussten deshalb in einem Luftschutzbunker Schutz suchen. Sie blieben direkt an der Tür des Bunkers stehen, um schnellstens einen Zug nach Bremerhaven zu erwischen. So geschah es auch, sie bekamen den Zug und kamen gesund nach Hause zu ihren Familien, die sie freudig empfingen. 1948 wurde Walter jun. Juniorchef auf dem Hof in Ohlenstedt. Er war ein sehr gesunder Mensch und hatte ein gutes Leben geführt. Im Juni 1993 erlitt er ohne Vorwarnung einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte.
Quelle: Interview mit Michael Hundt am 15. Juni 2005 in Ohlenstedt.
Friederike Oelze, Jessica Lindemann und Ramona Schröder |