Diese Website entstand als Wettbewerbsbeitrag für den Niedersächsischen Geschichtsatlas

Media

Fundament einer der Baracken am Sternhaus
Detailansicht
Das Fundament einer der Baracken am Sternhaus, das im Sommer 2005 von uns freigelegt wurde.
Fundobjekt Kamm
Detailansicht
Fundobjekt Kamm
Beim Blick durchs Vermessungsgerät
Detailansicht
Forscherin Claudia beim Blick durchs Vermessungsgerät

Das Sternhaus

Archäologischer Bericht

Grabungskarte Sternhaus.
 
„Befunde:
In etwa der Höhe des zuvor anhand des Lageplans ermittelten Verlaufes des östlichen, hinterfrontseitigen Fundaments von Baracke 1 fand sich im Umkreis von etwa 2,00 x 0,20 Metern Ziegelbruch, dessen Lagestruktur, auf einen Versturz eines Fundaments hindeutet. Stellenweise befand sich unter den Ziegelstücken eine Mörtelschicht. Sie verlief genau da, wo zuvor das Fundament durch Übertragung des Planes von 1942 vermutet wurde. Der Befund lag in seinen Ausläufern zum Teil nur wenige Zentimeter unter der heutigen Geländeoberfläche (GOK) im humosen Oberboden. Ziegelstücke sowie die Mörtelschicht, die sich noch in situ befinden, lagen in einer Tiefe von circa 30 Zentimetern unter GOK in bv-Horizont des Bodens.

In etwa der Mitte des früheren Standortes von Baracke 1 fanden sich – circa 10 Zentimeter unter GOK – etwa handtellergroße Bruchstücke von Estrich. Sie geben evtl. Hinweise auf die Beschaffenheit des Fußbodens der Baracke. Um hier jedoch endgültig urteilen zu können, müsste eine größere Fläche untersucht werden. Im Bereich der Latrine fanden sich keine Hinweise auf bauliche Strukturen wie z. B. Mauerwerk. Auch Hinweise auf anthropogen verursachte Bodenverfärbungen als Indikatoren einer Latrinengrube konnte hier nicht beobachtet werden.
Da der Humushorizont jedoch nicht völlig abgetragen werden konnte, ist es nicht gänzlich auszuschließen, dass in einer größeren Tiefe noch bauliche Strukturen gefunden werden können.

Funde:
An Fundobjekten wurden fast ausschließlich Baumaterialien wie Ziegel-, Estrich- und Fensterglasbruch geborgen. Unter diesen Objekten fanden sich aber auch einige Stücke aus Metall, wie z. B. ein Vorhängeschloss und eine Türklinke. Die zonale Verteilung der Fundobjekte zeigte kein besonders auffälliges Aufkommen wie z. B. nur innerhalb der ausgemessenen Gebäudegrundrisse; vielmehr fanden sich Objekte auch zwischen den Gebäuden. Eine exakte Datierung der Funde gestaltet sich aufgrund der kurzen Nachkriegsnutzung des Geländes als schwierig, jedoch ist eine relativchronologische Einordnung als ‚lazarettzeitlich’ sehr wahrscheinlich.“

(aus dem Bericht vom 04.08.2005 der Archäologin Juliane Hummel, Mitarbeiterin der Gedenkstätte Bergen-Belsen)