Familie Ipen

Familie Ipen

 

      

Heinrich Ipen aus Klein Berßen ist 1950 nach Amerika ausgewandert.

Er hat seinen Hof in Klein Berßen verkauft und ist mit dem Schiff  von
Bremerhaven nach New York gefahren. Er kaufte sich einen Bauernhof in Amerika,
wollte dort aber nicht bleiben und kehrte nach Deutschland zurück. 

Wir haben die Unterlagen ( Pass, Briefe, Bilder ) auf einem Plakat gestaltet.

Heinrich hat vom Schiff einen Brief in altdeutscher Sprache geschrieben,
den wir übersetzt haben.


United States Lines

S.S.Washinton



Ihr Lieben                                                                                                           15.1.


Vom Schiff aus die besten Grüße sendet Euch Heinrich .Gestern Abend sind wir eingeschifft worden.
Weil alles zu schnell verlief, sind wir dann schon gestern Abend um ½ 12 Uhr abgefahren. Gerd und
 ich sind um 11 Uhr  hoch oben an Deck gegangen und haben dann zugeschaut, wie wir rausfuhren. Ganz Hamburg war hell beleuchtet. Zwei kleine Schlepper kamen vorne vor und eins an der Seite, so wurde dann die „Woshinton“ raus geschleppt. Von oben aus war das herrlich anzusehen. Die „Woshinton“ ist ein großer Pott. Mehrere Fahrstühle fahren von oben nach unten und wieder rauf. Gestern Abend
haben wir das Schiff schon von oben bis unten durchgestöbert. … wir uns schon genau aus. Bis 1 Uhr sind wir gestern Abend noch oben an Deck gewesen. Dann waren wir die Elbe schon soweit rauf, daß
wir nicht mehr viel sehen konnten. Heute Morgen sind wir dann um 8 Uhr  aufgestanden. Eine ganze Reihe war schon seekrank heute morgen. An unserem Tisch wollten sie nicht mehr essen und wir
mochten wohl umso mehr. Das Essen ist hier wunderbar. Es ist jetzt 3 Uhr. 

Vier Eier hab ich heute schon gegessen und das Fleisch schmeckt auch ohne Kartoffeln, Kuchen und Kaffee kann man ja immer essen und das letzte, was wir hineinstoppen sind dann Äpfel und
Apfelsinen. Es ist zu schade um das Essen, wenn man hier seekrank wird. Uns beiden fehlt bis
jetzt aber noch nichts. Bis jetzt sorgen … Spott, wenn andere krank sind. Angenehm ist die
Krankheit wohl nicht. Aber so lange wie man selber nichts merkt, kommt es einem lächerlich vor.
Heute Abend kommen wir in Le-Havre an. Dort bleiben wir einen ganzen Tag. Dann fahren wir noch England und Irland an und dann geht es durch bis New-York. Am 24. sollen wir in New-York  ankommen. Wir liegen hier mit 8 Mann auf der Kabine und alles ist sehr nett eingerichtet. Wenn
wir hier nicht seekrank werden, Dann haben wir hier ein herrliches Leben. Als Bedienung haben hier
viel Neger. Um 4 Uhr ist gleich Konzert. Hier ist bestimmt was los. Hier ist alles Luxus. Die Sprache
hier ist viel English. Gerd und ich wir helfen uns schon ganz gut … anzuhalten und fragen ihn aus,
was wir wissen wollen. Uns gegenüber sind sie sehr freundlich. Wir haben auch schon eine gute
Nummer bei Denen. Mehr weiß ich heute nicht. Zum Schluß nochmals viele Grüße
  -


Heinrich

 Inzwischen sind wir schon in Le-Havre angekommen.
Heute morgen wie wir wieder aufstanden lagen wir hier im Hafen.

Hier bleiben wir liegen bis heute Nacht um 12 Uhr
.


Alles Gute Heinrich

                                                                                                                                                                                         (Ingo Ludger, Johanna H.,)

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